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Die starke Kraft des Refraimings im NLP

  • Autorenbild: Florian Stotz
    Florian Stotz
  • 31. März
  • 9 Min. Lesezeit

Entwickle Dein Gehirn im Turbo zu einer automatischen Positivdenkmaschine.


An einem trüben Frühlingsmorgen entschied ich mich dazu, spontan einen Podcast aufzunehmen, indem ich die Strategie und Installation einer automatischen Positivdenkmaschine vorgenommen hatte. Diesen Begriff habe ich von meinem Bekannten Chris Mulzer ursprünglich aufgegriffen. Stell Dir einmal vor, Du befindest Dich in einer Situation in der Du einst negative Gefühle empfunden hast. Dies kann eine Situation sein in der Du erneut einen Vortrag halten musst, obwohl Du damals bei Deinem ersten Erfahrung von Zuhörern negativ kritisiert worden bist. Als nächstes stellst Du Dir nun vor, wie Du in dieser Situation einen brillianten Vortrag hältst und Deine Zuhörer jubelnd um weitere Deiner Worte bitten. Das damit verbundene positive Gefühl wird Dich sehr wahrscheinlich dazu motivieren, weitere Vorträge halten zu wollen und mit Vorträgen eine positive Assoziation in Deinem Gehirn zu bilden. Damit geschieht bereits in Deinem Gehirn ein Reframing (auch: eine Umdeutung). Auf einmal sagst Du zu anderen Menschen: "Vorträge zu halten ist meine Leidenschaft". Doch was, wenn man so stark in einer negativen Haltung verweilt, dass keine Korrektur hin zu einer positiven Haltung geschehen kann, weil bestimmte Situationen vermieden werden? Diese und weitere Themen sind heute Gegenstand meines Artikels.


Design und Installation einer automatischen Positivdenkmaschine


In meinen von mir entworfenen NLP Practitioners lege ich Wert auf Theorie und Erfahrung. Es gibt gewisse Momente in der Vermittlung des Modells von NLP indem sich das Modell nicht mehr erklären lässt, sondern sich im eigenen Erleben beginnen wird zu entfalten. An einem meiner NLP Practitioner Tage geht es um die Installation einer Strategie, welche ich als automatische Positivdenkmaschine bezeichne. Dies wird möglich, weil ich am ersten und vorherigen Tag des NLP Practitioners Dich mit positiven Gefühlen vertraut gemacht habe. Diese positiven Gefühle kannst Du einmal selbst in Dir erzeugen, in dem Du zuerst eine Geschichte eines Misserfolgs aus Deinem Leben erzählst. Danach erzählst Du dieselbe Geschichte so, dass es ein großer Erfolg in Deinem Leben repräsentiert. Vielleicht möchtest Du auch damit beginnen, Dir selbst und anderen Menschen tagtäglich positive Komplimente zu geben? Der Zugang zu positiven Gefühlen in Dir ist schier unendlich.


Im Kern geht es bei der automatischen Positivmaschine darum, Dich von negativen Denkweisen in Deinem internen Dialog abzuholen, diese Denkweisen im Prozess von metaphorischen Geschichten mehrfach zu verändern, Dich dabei in eine positive Denkweise zu führen und am Ende damit positive Gefühle zu verknüpfen. In einer meiner Abendtrancen wird diese Strategie dann in Deinem Unterbewusstsein fest verankert, so dass bei bestimmten Triggern in Deinem Alltag die automatische Positivdenkmaschine wie von selbst zu laufen beginnt. Stell Dir nur einmal vor, wir würden in einer Welt leben in der manche Menschen weniger an Manipulation denken, sondern ein echtes Interesse an anderen Menschen entwickeln. Dann würden diese Menschen den Gedanken von: "Wenn nur alle so wie ich wären ...", hin verschieben zu "Spannend wie viele interessante Menschen ich im Leben kennenlernen kann!". NLP beginnt weniger mit Verändern, sondern mit Deiner Wahrnehmung und Haltung auf die Welt. Von dort aus darf dann eine Reise der persönlichen Entwicklung geschehen, sofern Du noch nicht da bist wo Du sein willst.


Im NLP geht es darum Informationen von anderen Menschen zu bekommen. Nicht aus Annahmen oder Projektionen, sondern aus echter Beobachtung und Wahrnehmung. Danach gilt es diese Informationen von den eigenen Interpretationen zu trennen. Diese Unterscheidung ist wie ein stilles Schärfen der eigenen Wahrnehmung. Und schließlich ist sie die Grundlage für alles andere, was danach in der Vermittlung des Modells von NLP kommt. Das bezeichne ich in meinen Workshops als Hardcore NLP.


Was ist die automatische Positivdenkmaschine?


Die automatische Positivdenkmaschine kannst Du so verstehen, als würde Dir jemand bares Gold vor die Nase halten. Aus einer inneren Motivation heraus das Gold zu bekommen, würdest Du Dich sehr wahrscheinlich in Bewegung setzen um das Gold zu bekommen. Durch kleine Erfolgserlebnisse in denen Du tatsächlich etwas Gold bekommst, und Versprechen noch mehr Gold zu bekommen wenn Du in Bewegung bleibst, entfaltet sich Deine Motivation immer weiter. Mit jedem Schritt den Du gehst, entfaltet sich im Prozess Deine Motivation soweit bis Du am Ende Dein Ziel erreicht hast. In diesem Prozess stellt sich oft eine gleichmäßige Bewegung ein, der Rhythmus fühlt sich mit jedem Schritt natürlicher an und der Weg wird dabei immer vertrauter. Dies lässt sich auch in kürze in einem Wort zusammenfassen: Lernen. Mit der automatischen Positivmaschine setze ich Dich in Bewegung, und sobald dieser Schneeball einen Hang voller Schnee hinabrollt, beginnt sich allmählich eine Lawine zu formen, die am Ende als Ziel im Tal ankommt.


Die komplexeren Strategien im NLP, oft als Formate bezeichnet, bestehen letzlich aus wenigen grundlegenden Elemente, welche manche NLP-Trainer auch als NLP-Atome bezeichnen. Anstatt diese NLP-Atome isoliert zu lernen, werden diese in meinen NLP Practitionern direkt zu einer Erfahrung verwebt. Beispiele hierfür sind das Ankern, Submodalitäten, Veränderung innerer Bilder, Trance, Future Pacing und generative Strategien bzw. generative Suggestionen. All das geschieht dann nicht nacheinander sondern gleichzeitig, wie bei Zahnrädern die ineinandergreifen. Das Gehirn des Menschen lern schenll und will schnell lernen. Es passt sich an, findet Muster und automatisiert bestimmte Abläufe. Was anfangs neu wirkt, wird meist schon nach kurzer Zeit vertraut. Und das was vertraut ist, beginnt sich natürlich anzufühlen und im eigenen Leben als festen Bestandteil zu manifestieren.


Das Reframing als Kunst den Rahmen zu verschieben


Wenn sich etwas in unserem Leben verändert, dann ist es oft nicht das Ereignis selbst, sondern die Bedeutung die wir diesem Ereignis gegeben haben. Reframing bedeutet letztendlich genau das, nämlich den Bezugsrahmen zu verändern. Es ist als würdest Du dasselbe Bild betrachten, während auf einmal das Licht der Sonne aus einer anderen Richtung auf das Bild fällt. Im Modell des NLP gibt es verschiedene Arten von Reframing, welche ich Dir im nachfolgenden präsentieren werde.


Das Kontextreframing: Der Ort bestimmt den Wert

Manchmal entsteht in uns eine Bewertung ohne einen Kontext, wie beispielsweise: "Ich bin zu ruhig", oder "er ist zu dominant". Doch zu viel im Vergleich zu was? Und in welchem Rahmen? Die zentrale beim Kontextreframing lautet: "In welchem Kontext hätte genau dieses Verhalten einen Wert?". Der Kontextreframe wird verwendet, wenn eine vergleichende Generalisierung präsentiert wird, bei der ein Kontext getilgt ist. Die Anwendung des Kontextreframings geschieht dabei in vier Schritten:


  1. Erkennen des Typs

    1. Liegt eine Aussage vor wie "Ich bin zu X", oder "er ist zu Y" ohne Kontextangabe?

  2. Leitfrage stellen (Den Kontext finden, wo es nützlich ist)

    1. Frage Dich nun: "In welchem Kontext hätte dieses spezielle Verhalten einen Wert?"

  3. Kontext wählen, der zur Lebensrealität bzw. den Werten passt

    1. Stelle nun sicher, dass der gefundene Kontext der sozialen Wirklichkeit und dem Wertesystem von Dir oder der anderen Person entspricht

  4. Reframe formulieren

    1. Formuliere die neue Perspektive so, dass das Verhalten im neuen Kontext einen positiven Wert hat (auch: die Definition des Kontextreframe)


Das Bedeutungsreframing: Die Bedeutung bestimmt des subjektive Erleben

In anderen Momenten unseres Lebens ist es nicht der Kontext, sondern die Interpretation selbst, welche unser Erleben prägt. Ein Beispiel könnte sein: "Ich fühle mich unsicher, wenn das passiert". Hier besteht eine Verbindung zwischen einem Ereignis und einer inneren Reaktion. Und genau diese Verbindung kann gelöst und neu gestaltet werden. Beispielsweise könntest Du Dir die folgenden Fragen stellen: "Was könnte das noch bedeuten?", "In welchem größeren Rahmen ergibt das Sinn?" und "Welche andere Beschreibung derselben Situation wäre möglich?". Der Bedeutungsreframe wird verwendet, wenn eine Teil-Äquivalenz wie beispielsweise: "Ich fühle mich X, wenn Y passiert" besteht. Hierbei wird eine Reaktion mit einer Ereignisklasse verknüpft. Die Anwendung des Bedeutungsreframe geschieht dabei in vier Schritten:


  1. Erkenne den Typ

    1. Liegt eine Aussage nach dem Muster vor wie: "Ich fühle mich X, wenn Y passiert"?

  2. Leitfragen zur Bedeutungsänderung

    1. Frage Dich nun als nächstes zum Beispiel folgende Fragen

      1. "Gibt es einen größeren oder anderen Rahmen, in welchem dieses Verhalten einen positiven Wert hätte?"

      2. "Welcher Aspekt dieser gleichen Situation könnte einen anderen Bedeutungsrahmen liefern, welcher mit oder der betreffenden Person verborgen ist?"

      3. "Wie sonst könnte ich die gleiche Situation beschreiben?"

  3. Die Bedeutung wählen, die zur Situation und den Werten passt

    1. Die neue Bedeutung soll der sozialen Lebenssituation und dem Wertesystem von Dir oder der anderen Person angemessen sein

  4. Reframe formulieren

    1. Formuliere nun die alternative Bedeutung als neue Deutung derselben Situation (Der Bezugsrahmen wird ausgetauscht, was das Wort Reframing definiert)


Das Six-Step-Reframing (Sechs-Schritte-Reframing): Ein Dialog mit dem inneren System

Einige Muster im eigenen Leben können sich hartnäckig anfühlen. Typische Aussagen können dann sein: "Ich möchte damit aufhören, aber irgendeteas hält mich fest". Das Six-Step-Reframing geht davon aus, dass hinter jedem Verhalten eine positive Absicht steht, selbst wenn das Verhalten selbst problematisch erscheint. Wusstest Du bereits, dass das Six-Step-Reframing ursprünglich von der Silva Mind Methode abstammt? Der eigentliche Veränderungsprozess beginnt beim Six-Step-Reframing damit, das unerwünschte Muster bzw. die unerwünschte Gewohnheit bewusst wahrzunehmen. Die Anwendung des Six-Step-Reframings geschieht dabei in folgenden Schritten:


  1. Das Muster X identifizieren

    1. Identifiziere das Muster bzw. Verhalten X, welches verändert werden soll. Beispiele:

      1. "Ich möchte mit X aufhören, aber ich kann nicht"

      2. "Ich möchte Y machen, aber etwas hält mich zurück"

  2. Kommunikation mit dem zuständigen Anteil des Musters X aufbauen

    1. Begib Dich in einen leicht entspannten Trancezustand

    2. Stelle Dir im Inneren nun folgende Frage: "Wird der Anteil von mir, der mich zu X veranlasst, in meinem Bewusstsein mit mir kommunizieren?"

    3. Achte dabei auf interne Antworten wie Gefühle, Bilder, Geräusche oder Töne

  3. Ja und Nein Signale etablieren

    1. Lege nun als nächstes fest, welche Aspekte für ein Ja bzw. Nein stehen, nachdem Du eine Frage an jenen Anteil gestellt hast. Meist kommuniziert jener Anteil, der oft in Deinem Unterbewusstsein ruht, über nonverbale Signale. Verbale Signale wie Fingersignale kannst Du ebenfalls als Antworten für ein Ja bzw. Nein nutzen

      1. Ja kann sein: Der linke Zeigefinger bewegt sich leicht, mehr Klarheit bei einem inneren Bild, höhere Lautstärke oder die Intensität eines Gefühls nimmt zu

      2. Nein kann sein: Der rechte Zeigefinger bewegt sich leicht, weniger Klarheit bei einem inneren Bild, leisere Lautstärke oder die Intensität eines Gefühls nimmt ab

  4. Trenne das Verhalten von seiner positiven Absicht

    1. Die Grundannahme beim Six-Step-Reframing ist, dass das unerwünschte Verhalten bzw. Muster X nur ein Weg ist, eine positive Funktion für Dich zu erfüllen

    2. Frage nun den Anteil: "Wärst Du bereit, mich im Bewusstsein wissen zu lassen, was Du mit dem Muster X für mich zu tun versuchst?"

    3. Wenn Ja: Bitte den Anteil, die Absicht mitzuteilen

    4. Wenn Nein: Fahre fort mit der Präsupposition (auch: Vorannahme) einer positiven Absicht des Anteils, wie Dich beispielsweise zu schützen

      1. Hier kannst Du den Anteil fragen: "Was wäre nötig, damit Du mir mitteilst, was Du mit dem Muster X für mich zu tun versuchst?", und gehe auf die Antwort des Anteils ein

    5. Prüfe nun die nachfolgenden Fragen

      1. Ist diese Absicht für das Bewusstsein akzeptabel?

      2. Möchte ich einen Anteil haben, der diese Funktion ab sofort ausübt?

  5. Einverständnis für Alternativen einholen

    1. Fragen den Anteil: "Falls es Möglichkeiten gäbe, die positive Funktion genauso gut oder besser auszuüben als mit X, hättest Du Interesse diese auszuprobieren?"

  6. Einen kreativen Anteil aktivieren und Alternativen erzeugen

    1. Stelle in Dir als nächstes einen Zugang zur Kreativität her. Du kannst Dich beispielsweise an Kreativität in Deinem Leben erinnern, einen Anker der mit Kreativität verbunden ist auslösen oder Dich fragen: "Bin ich mir dessen bewusst, einen kreativen Anteil zu haben?"

    2. Der Anteil, welcher für X zuständig ist, soll nun dem kreativen Anteil seine positive Funktion mitteilen

    3. Der kreative Anteil soll nun neue Verhaltensmöglichkeiten kreieren, welche gleich oder besser sind als das Muster bzw. Verhalten X und etwas leichter erreichen lässt

    4. Der Anteil, welcher für X zuständig ist, wählt davon nun drei Alternativen aus, die mindestens so gut sind wie X oder besser. Dabei signalisiert der Anteil, welcher für X zuständig ist, jedes Mal mit einem Ja, wenn eine Alternative ausgewählt wurde

  7. Verantwortung übernehmen und Installation

    1. Fragen nun den Anteil, welcher für X zuständig war, folgendes: "Bist Du bereit, die Verantwortung dafür zu übernehmen, die drei neuen Alternativen im entsprechenden Kontext zu benutzen?"

    2. Option und zusätzlich kannst du diesen Anteil bitten, die sensorischen Hinweise bzw. Trigger zu identifizieren, welche die neuen Wahlmöglichkeiten auslösen sollen, damit die neuen Reaktionen von Dir automatisch in diesem Kontext verfügbar sind

  8. Ökologie-Check (Eine innere und äußere Stimmigkeitsprüfung)

    1. Frage Dich nun als nächstes: "Hat irgendeiner meiner Anteile etwas gegen die drei neuen Alternativen einzuwenden?"

    2. Falls Ja: Gehe zurück zu Schritt 2 in diesem Format und führe einen erneuten Anteilkontakt und eine Verhandlung durch

  9. Wichtige Prozesshinweise für Dich bei der Durchführung

    1. Unterlasse einen Machtkampf mit dem Anteil welcher für das Muster bzw. Verhalten X zuständig ist. Würde die Leistung dieses Anteils und sprich respektvoll mit ihm

    2. Führe eine sorgfältige Etablierung eines eindeutigen Kontakts aus, sodass das Ja und Nein für Dich klare Signale sind


Vermutlich hast Du Dich gefragt, was der Ökologie-Check denn ist. Der Ökologie-Check ist eine Stimmigkeitsprüfung einer Veränderung. Er berücksichtigt zum Beispiel ob die neue Lösung:


  • zu Dir passt (Werte, Identität, Umfeld)

  • mit Deinen inneren Anteilen im Einklang ist

  • keine unerwünschten Nebenwirkungen hat

  • und in Deinem Leben langfristig tragfähig ist


In meinen NLP Practitionern gibt es kaum Raum für lange Diskussionen und keine endlosen Analysen. Stattdessen geht es mir vor allem um ein Lernen durch Erfahrung. Das Lernen ist dabei direkt, verschachtelt und mehrdimensional. Ich adressiere bei meiner Wissensvermittlung mehrere Ebenen, Prozesse und Zugänge gleichzeitig. Dein Gehirn passt sich dabei meinem Rhythmus an und was anfangs intensiv wirk, wird schnell für Dich natürlich. Und nach wenigen Tagen bei mir im NL Practitioner fühlt sich genau dieser neue Lernstil für Dich vertraut an. Nicht weil Du alles verstanden hast was ich mache, sondern weil sich etwas bereits in Dir integriert hat. Mit diesen Worten habe ich Dir eine Menge Wissen in Deine Hände gelegt, welches Du für Dich durchdringen kannst. Beachte dabei, dass das Six-Step-Reframing in einer Hypnosesitzung besonders effektiv ist und meistens etwas Übung und Erfahrung bedarf, bis Du dieses NLP-Format erfolgreich anwenden kannst. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Üben des von Dir neu erlernten Wissens.


Danke für Deine Zeit und bis bald,

 

Dein Florian 🌈







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