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NLP-Grundannahme Nummer 8: Alle Unterscheidungen in Bezug auf Dein Verhalten sind durch die fünf Sinneskanäle darstellbar

  • Autorenbild: Florian Stotz
    Florian Stotz
  • 3. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Tauche ein in ein Grundmodell aus dem NLP: Dem Repräsentationssystem.


Vor einigen Stunden lief ich an einem reißenden Bach innerhalb eines Waldgebirges entlang. Die Sonne erwärmte mit ihren gleißenden Strahlen den sommerlichen Waldboden, welcher verziert war mit abgebrochene Äste von Kiefern und Fichten. Es lag ein Duft von Honig in der Luft, welcher bei jedem ein- und ausatmen immer intensiver wurde. Während ich beim Spaziergang den weichen Waldboden unter meinen Füßen fühlen konnte, erinnerte ich mich an das Repräsentationssystem als ein Grundmodell aus dem Modell des NLP. Im heutigen Artikel geht es daher vor allem um die Sinne des Menschen und die damit eng verbundene Wahrnehmungsverarbeitung. Doch zuerst folgt mehr Kontext, denn es gilt: Kein Kontext bedeutet keine Einordnung.


Auf den Spuren der Entstehung des Repräsentationssystems


Oftmals liegen zwischen Faszination und Skepsis in Bezug auf neue Modellen etwas, das selten mehr beleuchtet wird: "Was ist davon wirklich praktisch nutzbar im echten Leben? Und was ist einfach nur aufgeblähter Jargon?". Vielleicht gehörst Du zu jenen Menschen, die verstehen wollen, wie sie das, was hinter einem Modell steckt, direkt anwenden können. Ob im Alltag, in echten Situationen oder mit anderen Menschen. Anstatt Dich also durch abstrakte Modelle und notwendige Voraussetzung zur Anwendung zu meandern, geht es aus meiner Perspektive meist darum, Dir die Essenz eines Modells greifbar zu machen und diese gleichzeitig zu nutzen. Damit wird Lernen nicht zur Vorbereitung, sondern zu etwas das mitten im Tun passiert.


Bereits im 18. Jahrhundert stellte sich der Philosoph Étienne Bonnot de Condillac die Frage, wie die Wahrnehmung des Menschen eigentlich funktioniert. Was geschieht, wenn ein Mensch nur über einen einzigen Sinn verfügen würde? Die Experiemente von Étienne Bonnot de Condillac führten zu der Erkenntnis, dass die Art, wie wir unsere Welt erleben, auch die Art formt wie wir die Welt beschreiben. Damit ist Sprache kein Zufall, sondern ein Spiegel unserer Wahrnehmung. Später griff Alfred Korzybski, der Begründer der allgemeinen Semantik, diese Idee auf und prägte den Begriff der sogenannten Repräsentationssysteme. Seine Grundannahme ist einfach und gleichzeitig tiefgreifend: Jeder Mensch filtert die Wirklichkeit durch seine Sinne, und genau dieser Filter zeigt sich in seinen Worten. Wenn Du also sprichst, dann beschreibst Du nicht die Wirklichkeit, sondern Deine Version von der Wirklichkeit. Dies habe ich in einer NLP-Grundannahme bereits hier ausführlicher beschrieben. Die Version von Deiner Wirklichkeit entsteht schließlich durch das Zusammenspiel Deiner Sinne. Durch die Sinne des Sehens, Hörens, Fühlens, Riechens und Schmeckens sammelst Du Eindrücke. Aus all diesen Eindrücken formt Dein Gehirn etwas, das Du als Erfahrung bezeichnest. Interessant ist dabei, dass Dein Gehirn kaum zwischen tatsächlich Erlebtem und lebhaft Vorgestelltem unterscheidet. Beides wird abgespeichert und beides kann wieder aktiviert werden.


Dein innerer Erlebnisstrom ist nicht einfach da, sondern organisiert


Im NLP werden die inneren Erlebnisströme als Organisationsform meist auf drei Hauptkanäle reduziert:


  • visuell (Bilder)

  • auditiv (Klänge, Sprache)

  • kinästhetisch (Gefühle, Körperwahrnehmungen)


Selbstverständlich nutzt Du alle drei Hauptkanäle zu jeder Zeit. Je nach Situation tritt einer dieser Hauptkanäle stärker in den Vordergrund, was im NLP auch als Lead-System bezeichnet wird. Manchmal bist Du ganz im Bild und stellst Dir etwas vor, planst und visualisierst. Dann wiederum führst Du innere Dialoge, hörst Gedanken und formulierst Argumente. Und in anderen Momenten bist Du einfach im Gefühl, spürst Deinen Körper, Deine Gefühle und Deine Reaktionen. Und genau hier beginnt die praktische Relevanz. Denn wenn Du darauf achtest wie Menschen sprechen, kannst Du oft erkennen über welchen Kanal sie gerade ihre Welt erleben. Der eine sagt: "Das sehe ich ganz klar vor mir", der nächste: "Das klingt für mich stimmig" und ein dritter: "Das fühlt sich einfach nicht richtig an". Dies sind keine Zufälle, sondern Hinweise über die Welt meines Gegenübers, denn in diesen Momenten zeigt sich wie Dein Gegenüber seine Realität organisiert.


Sobald Du weißt, wie Dein Gegenüber seine Realität organisiert, kannst Du hier ansetzen und damit beginnen feiner wahrzunehmen. Nicht nur indem was jemand sagt, sondern wie er es sagt, um dann spielerisch Deine eigene Sprache an die Sprache Deines Gegenübers anzupassen. Spricht jemand in Bildern, kannst Du damit beginnen bildhaft zu sprechen. Wenn jemand in Gefühlen spricht, kannst Du hier andocken und mehr aus einem Gefühl in Dir sprechen. Und wenn Du vor einer gemischten Gruppe stehst, kannst Du Deine Worte so wählen, dass alle Zuhörer erreicht werden. Hierzu kannst Du Dich an das Grundmodell der Repräsentationssysteme mit einer Abkürzung im Kopf erinnern: VAKOG (Visuell, Auditiv, Kinästhetisch, Olfaktorisch und Gustatorisch) und Worte wie "wahrnehmen" benutzen, die keinen speziellen Kanal bevorzugen.


Das Entscheidende beim Lernen von Kommunikationsmodellen ist nicht Perfektion, sondern Anwendung durch bewusste Kommunikation des Kommunikationsmodells. Und in dem Moment in dem Du beginnst zu erkennen, dass Sprache nicht nur Kommunikation ist sondern Konstruktion, verändert sich Deine Welt. Auf einmal bist Du nicht mehr jemand, der nur seine Welt beschreibt, sondern jemand der seine Welt aktiv gestaltet. Nach Richard Bandler gilt der Leitsatz: "Du benutzt Deine Sprache, um die Welt wie Du sie wahrnimmst, zu beschreiben". Die Essenz von NLP wurde von Chris Mulzer mit dem folgenden Satz definiert: "Verändere Deine Sprache und Du veränderst die Welt". Ich wünsche Dir viel Spaß mit Deinem neuen Wissen und der damit verbundenen neuen Anwendung in Deinem Leben.


Danke für Deine Zeit und bis bald,

 

Dein Florian 🌈

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