top of page

NLP-Grundannahme Nummer 6: Ändere den Prozess Deiner Wahrnehmung, nicht den Inhalt davon

  • Autorenbild: Florian Stotz
    Florian Stotz
  • 31. März
  • 5 Min. Lesezeit

Wie Du mit dem Verändern Deiner Prozesse auch Dein Leben veränderst.


Im heutigen Artikel bringen wir etwas frischen Wind in die Landschaft des NLP. Die sechste NLP-Grundannahme um die es heute geht, entstammt ursprünglich aus der Ursachenforschung von Richard Bandler und John Grinder, weswegen es damals wenig erfolgreiche Therapeuten gab. Aus dieser Ursachenforschung selbst entstand die Annahme, dass es beschreibbare Prozesse für therapeutischen Erfolg geben würde. Darunter wurden Prozesse verstanden, welche wahrnehmbar, analysierbar und lehrbar wären. Mit Hilfe des Modellings versuchten Richard Bandler und John Grinder erfolgreiche Psychotherapeuten zu modellieren. Eine zentrale Erkenntnis aus diesem Modellingprozess heraus war, dass Sprache das verbindende Medium zwischen Therapeut und Patient ist. Gleichzeitig ist die Sprache das Werkzeug, durch das Veränderung überhaupt erst ermöglicht und gezielt gesteuert werden kann. Damit beschäftigen wir uns heute mit der Frage, wie Du Deine Sprache so anpassen kannst, dass die daraus entstehende Kommunikation das Verhalten von Dir und von Deinen Mitmenschen positiv beeinflusst wird. Später entstand schließlich aus diesem Ansatz das NLP (auch: Neuro Linguistisches Programmieren).


Wenn Du das "Wie" veränderst, dann verändert sich Dein Leben fast wie von selbst


Die Menschen die sich etwas intensiver mit dem Modell des NLP auseinandergesetzt haben, werden früher oder später an einen Punkt kommen an dem ihnen etwas Entscheidendes bewusst wird. Zu Beginn suchen die meisten Menschen nach neuen Inhalten, neuen Gedanken, neuen Strategien oder neuen Lösungen für alte Probleme. Doch irgendwann fällt der Groschen und mit etwas Achstamkeit bemerkt man einen unsichtbaren Mechanismus, der vieles steuert: Nicht der Inhalt Deiner Erfahrung bestimmt Dein subjektives Erleben, sondern der Prozess, durch den Du ihn erzeugst. Und genau an diesem Punkt beginnt eine wahre Veränderung.


Die Illusion vom "richtigen Inhalt"


Viele Menschen glauben, dass sie nur den richtigen Gedanken finden, die richtige Entscheidung treffen oder die perfekte Situation herstellen müssen, woraufhin sich dann alles in ihrem Leben so fügen würde wie sie es wünschen. Meistens wird versucht Probleme auf der Ebene des Inhalts zu lösen:


  • "Ich darf keine Angst mehr haben"

  • "Ich muss selbstbewusster sein"

  • "Ich brauche bessere Umstände"


Abgesehen davon, dass Dich der Fokus auf das was Du nicht willst, meist genau dorthin führt, liegt genau hier eine Grenze. Denn selbst wenn sich der Inhalt verändert, bleibt das Muster dahinter oft gleich. Es besteht weiterhin die gleiche Art zu denken, zu fühlen und die Realität zu interpretieren. Anders gleich wäre es, wenn Du immer wieder denselben Film anschauen würdest, bloß mit einer leicht veränderten Szene.


Das Modell des NLP stellt hier eine präzise Frage. Keine Frage nach dem "Was", sondern nach dem "Wie": "Wie genau erzeugst Du das, was Du gerade erlebst?". Sofern Du Dich selbst mit dieser Frage gründlich unter die Lupe nimmst, entsteht hier ein Moment in dem Du beginnst, Dich selbst zu beobachten. Dies solltest Du nicht mit einer bewertenden, sondern einer neugierigen Haltung tun. Lass mich Dir ein Beispiel geben. Stell Dir vor, dass ein Mensch viele Unsicherheiten in sozialen Situationen erlebt. Meist liegt der Fokus von solchen Menschen auf dem Inhalt: "Ich bin nicht interessant genug", oder auf "Die anderen Menschen könnten mich ablehnen". Der eigentliche Prozess dahinter könnte allerdings wie folgt aussehen:


  1. Der Person stellt sich innerlich ein Bild vor, wie andere Menschen sie kritisch anschauen

  2. Dabei hört die Person eine innere Stimme die zweifelt

  3. Nun spürt die Person ein unangenehmes Gefühl im Körper

  4. Dieses Gefühl verstärkt die Gedanken der Person

  5. Die Gedanken verstärken das Bild im Kopf der Person


Wie Du eventuell bemerken kannst, führt das Ende dieses Prozesses wieder an den Anfang. Damit entsteht ein Kreislauf wie in einer Abwärtsspirale. Und genau hier liegt interessanterweise auch der Schlüssel, denn der Prozess ist veränderbar.


Mache Deine unbewussten Prozesse sichtbar und nimm kleine Veränderungen vor


Wenn Du damit beginnst Deine inneren Abläufe zu erkennen, passiert etwas Spannendes. Denn nun kannst Du bemerken, dass Deine subjektive Realität nicht einfach passiert, sondern in Dir erzeugt wird. Dies geschieht in Bruchteilen von Sekunden durch Bilder (visuell), innere Stimmen (auditiv), Gefühle (kinästhetisch) und olfaktorisch sowie gustatorisch (riechen und schmecken). Diese Elemente greifen ineinander wie Zahnräder, und wenn Du eines davon veränderst, dann verändert sich das gesamte System. Stell Dir einmal vor, Du würdest ein inneres Bild verändern:


  • Mach das innere Bild kleiner

  • Platziere das innere Bild weiter weg

  • Lass das innere Bild unschärfer werden


Du kannst auch die inneren Stimmen leiser und langsamer machen, oder auch lächerlich verzerren. Das Gefühl kannst Du im Körper wandern lassen, abschwächen und in etwas Neutraleres umwandeln. Nach diesen kleinen Veränderungen wirst Du feststellen können, dass Du auf einmal anders reagierst. Die Situation ist nach wie vor gleich, allerdings hat sich Dein Prozess verändert.


Verändere Dein Leben, indem Du Deine inneren Prozesse veränderst


Sobald Du einmal verstanden hast, dass Du nicht das Opfer Deiner Gedanken bist, sondern der Regisseur Deiner inneren Prozesse, entsteht eine neue Form von Freiheit für Dich. Auf einmal musst Du nicht mehr darauf warten, dass sich äußere Umstände verändern, und Du setzt direkt dort an wo Deine subjektive Realität entsteht. Einige Menschen leben


  • im Mangel statt in Fülle

  • in Angst statt in Vertrauen

  • in Selbstzweifeln statt in Selbstwert


Dies ist manchmal nicht nur so weil die Welt ist, wie sie ist, sondern weil die inneren Prozesse dieser Menschen ihre Wahrnehmung von der Welt auf eine bestimmte Art und Weise erzeugen. Wie Du bereits weißt, lässt sich dieser Prozess einfach verändern. Vielleicht ist es Dir einmal aufgefallen, dass zwei Menschen eine gleiche Situation erleben, allerdings unterschiedliche Perspektiven darauf haben. Während die eine Person eine Bedrohung sieht, erkennt die andere Person darin eine Chance. Dies beweist erneut, dass der Unterschied nicht im Inhalt, sondern im Prozess der Wahrnehmung eines Menschen liegt. Wenn Du damit beginnst, diese Prozesse bewusst zu gestalten, dann wirst Du auch bemerken wie sich Deine subjektive Realität verändert. Auf einmal wird ein tiefer und fundamentaler Perspektivwechsel für Dich möglich, der beispielsweise Deine Herzenswünsche viel leichter erreichbar werden lässt.


Eine Übung zum Erkennen Deiner eigenen Wahrnehmungsprozesse


Nimm Dir einen ruhigen Moment Zeit und wähle Dir eine Situation aus Deinem Leben aus, welche Du verändern möchtest. Vielleicht ist es etwas das Dich stresst, blockiert oder immer wieder in Deinem Leben vorkommt. Jetzt stellst Du Dir die folgenden Fragen und kannst das nachfolgende NLP-Format ausführen:


  1. Was passiert zuerst?

    1. Entsteht in mir ein Bild, eine Stimme oder ein Gefühl?

  2. Wie genau ist dieses Bild, Gefühl oder diese Stimme gestaltet?

    1. Ist es groß oder klein? Intensiv oder schwach? Laut oder leise?

  3. Was passiert danach?

    1. Welcher Schritt folgt nun als nächstes? Folgt beispielsweise auf das Bild ein Gefühl?

  4. Wie entsteht daraus Dein Gefühl?

    1. Am Ende eines Prozesses entsteht ein Gefühl, und dieses Gefühl bestimmt maßgeblich die Entscheidung etwas zu tun oder zu unterlassen

  5. Verändere nun einige Kleinigkeiten

    1. Verschiebe das Bild weiter weg von Dir

    2. Verändere die Stimme indem Du sie leiser machst

    3. Verwandle das Gefühl indem Du es von einem Ganzkörper- zu einem Teilkörpergefühl machst

  6. Was hat sich für Dich subjektiv verändert?

    1. Beobachte was sich für Dich verändert hat


Am Anfang kann sich dieses NLP-Format für Dich etwas ungewohnt anfühlen. Doch genau hier beginnt bewusstes Lernen, denn mit jeder Wiederholung des NLP-Format wirst Du flexibler. Und mit dieser Flexibilität entsteht mehr Wahlfreiheit in Deinem Leben. Dies ist einer der tiefsten Grundgedanken im NLP: "Du hast immer mehr Möglichkeiten, als Du denkst, sobald Du Deine Prozesse erkennst und veränderst". Wenn Du damit beginnst Dein "Wie" zu verändern, wird sich Dein "Was" von selbst neu ordnen. Und vielleicht merkst Du dann, dass das Leben oftmals nicht gegen Dich gearbeitet hat, sondern immer genau so entstanden ist, wie Du das Leben innerlich erzeugt hast. Daher kannst Du ab jetzt damit beginnen, Dein Leben bewusst zu gestalten. Ich wünsche Dir viel Spaß bei der bewussten Gestaltung Deines Lebens.


Danke für Deine Zeit und bis bald,

 

Dein Florian 🌈

Kommentare


bottom of page