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NLP-Grundannahme Nummer 2: Alle Mittel für Deine Veränderung liegen bereits in Dir

  • Autorenbild: Florian Stotz
    Florian Stotz
  • 20. März
  • 5 Min. Lesezeit

Wie Du Deine inneren Ressourcen optimal für Dich nutzen kannst.


Im heutigen Artikel geht es die NLP-Grundannahme, dass alle Mittel für Deine gewünschten Veränderungen im Leben bereits in Dir vorhanden sind. Deine gewünschten Veränderungen im Leben kannst Du einfacher erreichen, wenn Du Deine inneren Ressourcen auf eine optimale Art und Weise einsetzt. Stell Dir einmal vor, es würde einen Menschen in Deinem Leben geben den Du besonders gern hast. Allerdings erwidert dieser Mensch Deine Aufmerksamkeit und Bemühungen kaum. Aus meiner Perspektive heraus würdest Du, wenn Du diesem Menschen weiterhin viel Aufmerksamkeit schenkst, wertvolle Energie verschwenden. Würde es Sinn machen, so viel Energie für einen Menschen zu verschwenden, der Deine Aufmerksamkeit nicht würdigt? Und nun stell Dir einmal vor, dass manche Menschen in ihrem Geist negative Gedanken nähren, welche einen Zustand hervorrufen, der diese Menschen von inneren Ressourcen distanziert und sich schwach fühlen lassen. Wie Du bemerkst, ist es sinnvoll sich mit dem Haushalt Deiner inneren Ressourcen auseinandersetzen.


Ein kurzer Rückflug in die Vergangenheit zu Milton H. Erickson

 

In den staubigen Straßen des Wüstenstaates Arizona wohnte einst ein Arzt, der nicht wie ein klassischer Arzt wirkte. In einem Lila Anzug sitzt dieser Arzt mit herzlichem Charisma in einem Rollstuhl. Sein Name war Milton H. Erickson und seine Arbeit beruhte nicht auf der Idee andere Menschen "zu reparieren". Immer wieder sagte er sinngemäß Dinge wie: "Menschen haben alle Ressourcen, die sie brauchen. Meine Aufgabe ist es, ihnen zu helfen, Zugang dazu zu bekommen". Die Übersetzung einer seiner englischen Aussagen lautet: "Jeder Mensch hat in seinem Leben bereits Erfahrungen gemacht, die Lösungen enthalten. Diese Erfahrungen sind vielleicht vergessen, verdrängt oder nicht bewusst zugänglich, aber sie sind da. Therapie bedeutet dem Menschen zu helfen, sich selbst wieder zu finden".


Der Glaube von Milton H. Erickson war radikal anders als vieler klassischer Ansätze:


  • Der Mensch ist nicht defizitär, sondern unterzugänglich

  • Probleme sind keine Defekte, sondern blockierte Ressourcen

  • Veränderung entsteht nicht durch "neue Inhalte", sondern durch neue Verbindungen


In seiner Arbeit mit anderen Menschen nutzte Milton H. Erickson gerne Geschichten, Metaphern, Hypnose und Trancezustände. Es ging ihm nicht darum etwas in den Menschen "hineinzulegen", sondern um das freizulegen, was bereits da ist. Dies entspricht der NLP Grundannahme dieses Artikels welche besagt: "Alle Mittel für Deine Veränderung liegen bereits in Dir".


Welche Erkenntnisse beinhaltet die NLP-Grundannahme „Die Landkarte ist nicht die Landschaft“?


Bestimmt kennst Du jene Momente im Leben, in denen Du glausbt, dass Dir etwas fehlt um etwas erreichen zu können. Für den einen mag es mehr Selbstbewusstsein, für den anderen mehr Klarheit und für jemand ganz anderen wiederum mehr Mut sein. Doch stimmt das wirklich, dass Du das brauchst? Genau in diesen Momenten im Leben beginnt eine der größten Illusionen. Es ist die Illusion, dass Du etwas brauchst oder holen müsstest, was nicht da ist. Wenn Du diese Illusion nun genauer unter die Lupe nimmst wirst Du feststellen, dass es bereits Situationen in Deinem Leben gab, in denen Du damals hattest was Dir jetzt angeblich zu fehlen scheint. Vielleicht warst Du bereits selbstbewusst unter Freunden, voller Klarheit alleine beim reisen oder hast Dich frei gefühlt bei einer sportlichen Aktivität.


Nun kannst Du Dir die folgende Frage stellen: "Wenn es einmal da war, wie kann es dann "weg" sein?". Die Antwort ist unbequem und gleichzeitig befreiend: "Es ist nicht weg, ich damit gerade nur nicht verbunden". Was für Dich in einer Umgebung wie von selbst fließt, kann sich in einer anderen Umgebung wie abgeschnitten anfühlen. Und genau hier liegt der Schlüssel zur Veränderung versteckt. Veränderung bedeutet nicht, etwas Neues zu erschaffen, sondern bestehende Zustände neu zu verknüpfen. Dies geschieht indem Du beginnst innere Ressourcen zu erkennen, bewusst zu aktivieren und sie dorthin zu tragen wo Du sie brauchst.


Ressourcen bündeln mit der Technik des Ankerns aus dem NLP


In einem meiner Artikel habe ich Dir bereits die Technik des Ankerns vermittelt, zu welchem Du über diesen Link hier gelangen kannst. Die Technik des Ankerns ist einfach zu lernen und hilft Dir dabei, innere Ressourcen in jeden Kontext zu transportieren, in dem Du diese Ressourcen brauchst. Im übrigen gibt es eine Erkenntnis aus der Neuropsychologie, welche goldwert für Deine mentale Stärke ist. Die Neuropsychologie untersucht wie Gehirnprozesse Verhalten, Emotionen und Vorstellungen steuern. Die zentralen Erkenntnissen lauten dabei:


  • Mental Stimulation aktiviert ähnliche Netzwerke im Gehirn wie reale Handlung

  • Emotionale Zentren wie die Amygdala reagieren auch auf vorgestellte Szenarien

  • Das Gehirn arbeitet mit inneren Repräsentationen (Bilder, Gefühle und Bedeutungen)


Dies bildet unter anderem auch die Grundlage für NLP-Konzepte wie Submodalitäten oder Ankern. Das menschliche Gehirn kann grundsätzlich unterscheiden, ob etwas real passiert oder imaginiert ist. Eche Erfahrungen sind oft sensorisch reicher, emotional intensiver und tief im Gedächtnis verankert. Die Aussage, dass das Gehirn nicht zwischen Vorstellungen und Erleben unterscheidet stimmt nur teilweise. Das Gehirn reagiert auf lebhafte Vorstellungen ähnlich wie auf reale Erfahrungen, weshalb auch im Profisport mentale Simulation genutzt wird, um Zustände, Fähigkeiten und Emotionen gezielt zu aktivieren und zu trainieren. Im nachfolgenden findest Du eine Strategie, mit der Du eine Ressource aus einem ressourcenreichen Kontext in einen ressourcenarmen Kontext transportierst.


Schritt 1: Erkenne was Du an Ressourcen brauchst

Im ersten Schritt geht es darum einen ehrlichen Blick nach innen zu richten. Dabei kannst Du Dir die Frage stellen: "Was brauche ich in dieser ressourcenarmen Situation, um mein Ziel erreichen zu können?". Möglicherweise zeigen sich Dir nach dieser Frage bestimmte Gefühle und Gedanken. Diese sind wertvolle Informationen und können von Dir hinterfragt werden. Stell Dir die ressourcenarme Situation deutlich vor, in der Du anders reagieren möchtest. Und dann frage Dich nicht wie vermutlich bisher: "Warum klappt das nicht?", sondern eher: "Was müsste ich fühlen, denken oder glauben, damit es ganz natürlich funktioniert?".Um nun einen starken Anker herzustellen wählst Du zwischen drei und sieben Gefühlen aus, welche Du zum Beispiel mit Selbstvertrauen verbindest. Dies können Gefühle von Liebe, Sicherheit, Entdeckerfreude, Gelassenheit und so weiter sein.


Schritt 2: Erinnern, verstärken, ankern, verbinden und agieren

Im zweiten Schritt erinnerst Du Dich nun an einen Moment, in dem Du eine der drei bis sieben Gefühle stark präsent waren. Du kannst Dein inneres Erleben und das Gefühl intensiver werden lassen, je lebhafter Deine Erinnerung wird. Dies kansnt Du erreichen, indem Du Deine Erinnerung wie durch Deine eigenen Augen wahrnimmst, wieder die damaligen Geräusche hörst, in Dir das damalige Gefühl fühlst und beispielsweise die Farben intensiver machst. Stelle Dir dabei vor, wie das Gefühl in Deinem Inneren wie eine angenehme Wärme weiter ausdehnt, bis Du das Gefühl am ganzen Körper spüren kannst. Um dieses Gefühl zu ankern, kannst Du beispielsweise dann wenn sich das Gefühl besonders intensiv anfühlt, Deine linke Faust ballen. Dies wiederholst Du für alle Gefühle welche für Dich mit Selbstvertrauen verbunden sind. Damit hast Du diese Ressourcen auf denselben Ankern gestapelt. Wenn Du nun nach allen Durchgängen Deine linke Faust ballst, sollte sich in Dir auch das Gefühl von Selbstvertrauen spüren lassen. Diesen Anker kannst Du weiter verstärken, bis Du das Gefühl hast, dass dieser Anker stark genug ist.


Das Ergebnis ist nun eine neuronale Verbindung, welcher Deinem Unterbewusstsein den Weg in einer Situation zu den benötigten Ressourcen weist. Dabei kannst Du Dir zuletzt eine ressourcenarme Situation lebendig vorstellen und den Anker mehrmals abfeuern. Sobald Du Dich mental in dieser ressourcenarmen Situation wie in einer ressourcenvollen Situation fühlst und so handelst, wie Du gerne handeln würdest, geht es zum letzten Schritt. Du begibst Dich in echt in die jeweilige Situation, und falls Du nicht schon bereits wie gewünscht handelst, hast Du nun Deinen Anker den Du bewusst abfeuern kannst um so zu handeln, wie Du bereits gerne wie in Deiner mentalen Vorstellung handeln würdest. Damit hast Du heute nicht nur eine weitere Grundannahme aus dem NLP kennengelernt, sondern auch eine Methode um aus diesem Wissen für Dein Leben profitieren zu können. Ich wünsche Dir viel Spaß mit Deinem neuen Wissen und den damit verbundenen positiven Veränderungen in Deinem Leben.


Danke für Deine Zeit und bis bald,

 

Dein Florian 🌈



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