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Erlange die Meisterschaft über Deine Emotionen und Gefühle – Teil 2

  • Autorenbild: Florian Stotz
    Florian Stotz
  • 23. Aug. 2025
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 8 Stunden

Eine Artikelserie als Reise aus dem emotionalen Gefängnis.

 

Im letzten Artikel dieser Artikelserie konntest Du erfahren, was ein emotionales Gefängnis ist. Du konntest eine mögliche Unterscheidung zwischen einem Gefühl, einer Emotion und einer Empfindung kennenlernen und damit den ersten Schritt zum Ausbruch aus einem emotionalen Gefängnis setzen. Heute möchte ich Dir bewusst machen, dass es viele unterschiedliche Arten von emotionalen Gefängnissen für uns Menschen gibt. Nebst dem Thema der Emotionen und Gefühle lernst Du heute die Definition von Glaubenssätzen aus dem Modell des NLP kennen. Dies wird Dir erlauben zu verstehen, wie unbewusste und limitierende Glaubenssätze bestimmte Emotionen erzeugen. Häufig können limitierende Glaubenssätze der Grund dafür sein, Dich an einem emotional selbstbestimmten Leben zu hindern.


Beispiele von emotionalen Gefängnissen

 

Vielleicht kennst Du Momente aus Deinen Leben, in denen Du Dich nicht so gefühlt hast wie Du Dich fühlen wolltest. Da gab es Situationen in Deinem Leben, welche Deine Emotionen wie heißes Wasser in einem Topf überkochen ließen, und Du im Nachhinein dachtest: „Oh man, ich wollte das doch nicht!“. Eine meiner Bekannten war einer von vielen Menschen, welcher durch seine rasch wechselnden Emotionen im Alltag litt. Er hatte kaum ein Bewusstsein darüber, dass seine Emotionen auch Konsequenzen zur Folge haben. Als er realisierte, dass diese Konsequenzen in seinem Leben von seinen emotionale Eskapaden stammten, begann er sich mehr mit seinen Emotionen auseinanderzusetzen.

 

Viele Menschen glauben, dass Emotionen sich der eigenen Kontrolle entziehen, ähnlich wie bei einem aufdringlichen Gast, der ungefragt in das eigene Haus kommt und sämtliche Zimmer im Haus verwüstet. Ich habe viele Menschen kennengelernt, welche ihre Emotionen entweder ertragen, genießen oder unter ihnen leiden. Allerdings lernte ich in meinem Leben wenig Menschen kennen, die mit ihren Emotionen auch bewusst umgehen. Im Gegensatz zu Emotionen wählen viele Menschen ihr Verhalten meist bewusst und nehmen sich bestimmte Ziele in ihrem Leben vor. Meistens beginnt bei der Umsetzung eines Ziels der innere Kampf mit den Emotionen, welche diesen Menschen im Weg stehen um ihre Ziele zu erreichen. Unser Verhalten ist meist ein Nebenprodukt unserer Emotionen. Wenn Du lernst, die passenden Emotionen in Dir zu erzeugen, wird es für Dich auch leichter, das von Dir gewünschte Verhalten zu zeigen. Beispielsweise führt Dankbarkeit im Inneren als Emotion dazu, dass die passende Tonalität in unserer Stimme bei einem ausgesprochenen „Danke“ passend mitschwingt. Die Emotion einer inneren Entschlossenheit hingegen führt dazu, dass man beispielsweise tatsächlich zum Sport geht, während die Geduld dabei hilft, eine Kritik im Gespräch ruhig zu prüfen anstatt impulsiv zu reagieren.

 

Es folgen einige Beispiele, die sich wie ein emotionales Gefängnis anfühlen können:

 

  • Eltern die widersprüchlich auf ihre Kinder reagieren. Manche Eltern wollen ihren Kindern Liebe schenken, geraten allerdings immer wieder in Wut, Schuld oder Überforderung, wenn das Kind schon wieder etwas macht, was es nicht tun soll

  • Führungskräfte und Mitarbeiter lassen sich oft von ihren Launen steuern und schwanken zwischen Kontrolle, Anpassung und Konfliktvermeidung. Dies kann die Kommunikation einschränken und Probleme für die Zukunft generieren

  • Beziehungspartner geraten häufig in einen Konflikt zwischen Nähebedürfnis und Rückzug. Sie sehnen sich nach Anerkennung, aber drücken dieses Bedürfnis nicht aus, weil möglicherweise eine Angst vor Ablehnung diesen Konflikt aufrechterhält

  • Menschen mit einem geringem Selbstwert fühlen sich tendenziell schneller verletzt, suchen positive Bestätigung von anderen Menschen und sind oft abhängig von den Reaktionen anderer Menschen. In meinem NLP Workshop "NLP Leben" geht es unter anderem auch um den Aufbau des Selbstwertgefühls


 

Was ist ein Glaubenssatz?

 

Aus dem Modell des NLP stammt der Begriff der Glaubenssätze. Ein Glaubenssatz ist eine tief verankerte Überzeugung über Dich selbst, andere Menschen und die Welt in der wir Leben. Glaubenssätze steuern meist unbewusst wie Du auf Situationen reagierst, wie Du Situationen interpretierst, was Du fühlst und wie Du handelst. Die meisten Glaubenssätze sind unbewusst und können das Leben maßgeblich beeinträchtigen. Im Verlaufe des Lebens verändern sich in der Regel einige Glaubenssätze von selbst. Zur Arbeit mit Deinen Glaubenssätzen gibt es ein NLP-Format von Robert Dilts, welches Du hier finden kannst. Mit dem Modell des NLP kannst Du aktiv Deine limitierenden Glaubenssätze erkennen und verändern lernen. Oftmals handeln wir Menschen nicht nach Fakten, sondern nach dem was wir glauben, was wahr ist. Aus meiner Perspektive geht es weniger darum zu bewerten, ob ein Glaubenssatz gut oder schlecht ist, sondern eher darum Dich zu fragen, ob Dich ein Glaubenssatz in Deinem Leben limitiert oder beflügelt. Mit anderen Worten: "Was nützt es Dir das, wovon Du überzeugt bist zu glauben, und ist die Konsequenz davon für Dein Leben positiv?".

 

Welche Auswirkung haben limitierende Glaubenssätze im Leben?

 

Limitierende Glaubenssätze führen unter anderem oft zu einem inkonsistenten Verhalten, Abhängigkeiten von äußerer Bestätigung durch andere Menschen, Stress, Beziehungsproblemen und verhindern meist persönliches Wachstum. Ich möchte hier noch erwähnen, dass ich als Trainer oft auf der Ebene der Identiät arbeite, vor allem wenn Traumata der Vergangenheit eine Rolle spielen. Wenn ich auf der Ebene der Identität eine Veränderung hervorrufen kann, dann verändern sich viele limitierende Glaubenssätze wie von selbst. Beispiele von limitierenden Glaubenssätzen, die eine Auswirkung auf Deine Emotionen haben sind folgende:

 

  • "Ich kann meine Emotionen nicht selbst wählen"

  • "Ich muss immer glücklich sein, sonst stimmt etwas mit mir nicht"

  • "Nur wenn andere zufrieden sind bin ich wertvoll"

  • "Ich darf negative Emotionen nicht haben oder zeigen"

  • "Andere müssen meine Bedürfnisse erraten"

  • "Wenn ich mich schlecht fühle, dann muss ich mich zurückziehen"

 

Es gibt einige limitierende Glaubenssätze die aus der Zeit unserer Kindheit stammen. Häufig sind es die ermahnenden Worte von Eltern gewesen, weil man Verhaltensweisen gezeigt hat die nicht erwünscht waren, und die durch das Tadeln der Eltern innere Glaubenssätze manifestiert haben. Jemand der beispielsweise in einer streitenden Familie gelernt hat als Kind immer glücklich sein zu müssen, um familiären Streit zu stoppen, kann den folgenden Glaubenssatz manifestiert haben: „Ich muss immer glücklich sein, sonst stimmt etwas mit mir nicht“. Immer glücklich sein zu müssen kann zu einer leidvollen Spannung im Menschen führen, denn wir alle sind Menschen mit einer bunten Farbpalette an inneren Emotionen. Eine bunte Farbpalette an Emotionen, auf der alle Emotionen ihre Existenzberechtigung haben.

 

Ein kleiner Zwischenstopp auf unserer Reise aus dem emotionalen Gefängnis

 

Nicht mehr Opfer der eigenen Emotionen zu sein ist ein Wunsch vieler Menschen. Alle Emotionen, auch die „unangenehmen“ zu fühlen und nicht in diesen emotionalen Zuständen stecken zu bleiben, wird von vielen Menschen als unmöglich betrachtet. In meinen Trainings und Workshops kann ich Dir gerne das Gegenteil beweisen. Anstatt in „guten“ oder „schlechten“ Emotionen zu kategorisieren, lohnt es sich feinere Unterschiede von Emotionen zu erkennen: Bin ich gelangweilt? Verunsichert? Genervt? Nach diesem Text hier bist Du jetzt bereit Dir selbst die folgende Frage zu stellen: „Was brauche ich aktuell, um mich konstruktiv weiterzuentwickeln?“. Wenn Du möchtest, kannst Du dieses Thema mit in ein Wandlungsgespräch mit mir nehmen.

 

Viele Menschen spüren nur die Einteilung in „gut“ oder „schlecht“ in Bezug auf ihre Emotionen. Wer nur weiß, dass er sich schlecht fühlt, kann entweder vermeiden oder ertragen, aber nicht gestalten. Einige Menschen wissen selten was sie wirklich fühlen und wirklich brauchen, um ihre Bedürfnisse zu stillen. Deshalb ist ein guter Trainer aus meiner Perspektive jemand, der anderen Menschen dabei hilft, dass diese Menschen sich selbst besser verstehen. Manche Menschen flüchten sich sogar in Fantasiewelten im Geist. Erst innerhalb dieser Fantasien können sie sich sicher und geliebt fühlen. Jedoch kann man lernen Emotionen sowie Bedürfnisse auszudrücken, zu erfüllen und aktiv zu gestalten. Diese Erfahrung konnte ich an mir selbst und in den Trainings mit anderen Menschen oft sammeln.

 

Der Weg in die emotionale Freiheit wirkt für viele Menschen weit entfernt. Für viele Menschen wirken manche Emotionen überwältigend und manche Emotionen werden sogar als lebensbedrohlich erlebt. Allerdings sind Emotionen nicht Dein Feind, sondern Dein Freund und wichtige Wegweiser der Bedürfnisse in Deinem Leben. In jeder Emotion steckt ein Schlüssel zu einer Lösung, wenn Du lernst diesen bewusst wahrzunehmen. Genau darum geht es in dieser Artikelserie und in meinen Trainings: Dir zu zeigen, wie Du Deine Emotionen verstehen, nutzen und verändern kannst. Die Meisterschaft Deiner Emotionen führt Dich in ein freieres und selbstbestimmteres Leben.


Im nächsten Artikel geht es unter anderem darum, welche Möglichkeiten es zur Auflösung von limitierenden Glaubenssätzen gibt. Gleichzeitig tauchen wir tiefer in die Welt der Emotionen und Gefühle ein und erkunden damit bunte Unterwasserlandschaften des Menschseins.


Danke für Deine Zeit und bis bald,


Dein Florian 🌈

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