Die Fast Phobia Cure: Hin zu einem angstfreien Leben
- Florian Stotz

- 5. Sept. 2025
- 15 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Nov. 2025
Entdecke die Fast Phobia Cure (FPC) zum Befreien von Ängsten und Phobien.
In einem meiner Artikel habe ich unter anderem über die fünf Bewegungen im Geist aus den Yoga-Sutras von Patanjali geschrieben. Im Yoga werden diese fünf Bewegungen im Geist auch „Citta-Vrttis“ genannt. Eine dieser fünf Bewegungen im Geist ist Vikalpa und steht für die Imagination, Fantasie und Einbildung. Es gibt Ängste, die der Imagination einzuordnen sind, und Ängste die in einem Menschen aufgrund von vergangenen Traumatisierungen stammen. Im heutigen Artikel geht es um die Fast Phobia Cure. Die Fast Phobia Cure aus dem Modell NLP wird vor allem zur Auflösung von Phobien verwendet. In meinem Kopf habe ich der Fast Phobia Cure durch meine Modellerweiterung mittlerweile die Bezeichnung der „Fast Anxiety Cure“ gegeben.
Was ist die Fast Phobie Cure?
Um Dir näher zu bringen was die Fast Phobia Cure (FPC) ist, machen wir einen Ausflug in die Ursprünge der Fast Phobia Cure. Die Fast Phobia Cure hat ihre Ursprünge in den Anfängen des NLP in den 1970er-Jahren, genauer gesagt an der University of California in Santa Cruz, im Umfeld des Kresge College. In der Kresge College Gruppe arbeiteten Richard Bandler, John Grinde runder eine kleine Gruppe von Studenten und Forschern daran, erfolgreiche Therapeuten wie Milton H. Erickson, Fritz Perls und Virginia Satir zu modellieren.
Im Kontext der Fast Phobia Cure war eine der zentralen Beobachtungen, dass Menschen, die eine Phobie überwunden hatten, oft ähnliche innere Prozesse beschrieben. Zu diesen inneren Prozessen gehörten zum Beispiel:
dass sich diese Menschen die gefürchtete Situation anders als zuvor vorstellten
sie ihre Perspektive veränderten
eine Distanz zu inneren Bildern, die mit der Phobie zusammenhingen, entstand
diese Menschen innere Filmen der Phobie rückwärts liefen lassen
Aus dem Modelling von Phobikern entstand in der Kresge College Gruppe das erste Format der Fast Phobia Cure. Die Technik der Fast Phobia Cure beinhaltet drei wesentliche Entdeckungen:
Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen realen und vorgestellten Bildern. In der FPC wird sich in der Regel ein Kino im Kopf zur Arbeit mit Ängsten und Phobien vorgestellt
Submodalitäten (z.B. Farbe, Distanz, Bewegungsrichtung eines inneren Films) steuern die Intensität von Gefühlen. Durch die Veränderung der Submodalitäten, durch den Film rückwärts laufen lassen, kommt es auf einer neurophysiologischen Ebene durch dauerhafte Veränderungen zur Trennung von Reiz und Reaktion (auch: Ursache und Wirkung) und damit zur Auflösung des Ankers
Dissoziation (sich von außen sehen) schwächte emotionale Belastungen erheblich. Jede weitere Dissoziation innerhalb einer Dissoziation (auch: Dissoziierungsschritte) schwächen die negativen Gefühle weiter ab. Im Rahmen von schwer traumatisch verlaufenden Ereignissen soll eine dreifache Dissoziation mit einem stark positiven Ressourcenanker zur Auflösung ausreichend sein
Durch die Kombination dieser Elemente entstand ein systematisches Vorgehen, nämlich den „Film der Angst“ im Geist dissoziiert zu betrachten, ihn mehrfach vom Ende zum Anfang hin rückwärts ablaufen zu lassen und damit die alte emotionale Verknüpfung zu löschen. Die Fast Phobia Cure (FPC) ist damit ein Werkzeug aus dem NLP für die Auflösung von Ängsten und Phobien. Dabei gilt die Fast Phobia Cure bis heute als eines der wirksamsten NLP-Formate und ist eines der wenigen Formate, das sogar in wissenschaftlichen Doppelblindstudien auf seine Wirksamkeit untersucht und als wirksam bestätigt worden ist.
Eine kurze Reise in die Yoga-Sutras nach Patanjali bringt frischen Wind in die Gehirnwindungen
In den Yoga-Sutras nach Patanjali gibt es fünf mögliche Bewegungen im Geist. Wie im einleitenden Text meines Artikels beschrieben, ist einer dieser Bewegungen die Imagination, Fantasie und Einbildung. Im Kern sind Ängste nicht etwas Böses, sondern eine psychologische Projektion, die aus Deinem eigenen Geist stammt. Es gibt vier Elemente in Bezug auf die Angst die verstanden werden sollten:
Angst ist zukunftsgerichtet: Sie kann entstehen, wenn wir uns etwas vorstellen, das noch nicht geschehen ist. Angst kann dadurch entstehen, dass Du Dinge im Geist erfindest, die noch nicht passiert sind
Angst ist ein Produkt der Fantasie: Dieselbe Fähigkeit, die uns Vision, Kreativität und Vorstellungskraft schenkt, erzeugt auch Angst. Damit ist Angst die Kehrseite Deiner Vorstellungskraft
Angst ist oft selbstgeschaffen: Bis auf den Ausschluss von vergangenen Ereignissen, die ihre Spuren im menschlichen Geist hinterlassen können, gilt die Regel, dass niemand in der Welt uns Angst „gibt“. Tatsächlich produzierst Du die Angst in Deinem eigenen Geist, indem Du Dir negative Möglichkeiten ausmalst. Im NLP gibt es zu diesen negativ vorgestellten Szenarien den Begriff der Worst-Case-Scenarios
Wenn Du vollständig im jetzigen Moment bist, gibt es keine Angst. Die Angst entsteht nur, wenn wir unser Bewusstsein in eine mögliche Zukunft projizieren, in der etwas schreckliches passieren könnte. Der Begriff der Projektion bedeutet beispielsweise etwas auf eine zukünftige Situation zu übertragen, in diesem Fall die Angst. In der Psychologie wird der Begriff der Projektion dafür verwendet, dass etwas Inneres (Gefühle, Bilder oder Gedanken) unbewusst nach außen verlagert wird und es so wahrgenommen wird, als käme es von außen.
Einige Yogis empfehlen Dein Bewusstsein in die Gegenwart zu bringen. Dies kann durch bewusstes Atmen, Meditation und Körperbewusstsein geschehen. Wenn Du hier in der Gegenwart bist, verschwindet die Angst, weil es im Augenblick, während Du diese Zeilen liest, vermutlich keine echte Bedrohung gibt. Wenn Du wegen etwas leidest, das noch nicht existiert und die im Geist wild erlebst, dann nennt man das meist Angst. Damit bist Du mit Deiner Imagination wahrlich ein schlechter Regisseur in Deinem eigenen Kino, wenn Du nur Horrorfilme in Deinem Geist mit Deiner Imagination gestaltest.
Getrocknete Rosenblüten als Tee zur Klärung des Geistes
Wenn Du offen für ein neues Experiment bist, dann kaufe Dir in einem asiatischen Laden oder im Internet getrocknete Rosenblüten. Bereite Dir davon einen Tee zu und beobachte was passiert. Der Duft und der Geschmack der Rose aktiviert das limbische System, besonders Areale, die mit Emotionen und Erinnerungen verbunden sind. Seit Jahrhunderten, vor allem in der persischen Mystik, gilt die Rose als geistesklärend und konzentrationsfördernd. Die Rose weitet Herz, Sinneswahrnehmung und inneren Raum. Als eine „sanfte Pflanze des Herzens“ könnte das eine interessante Erfahrung für Dich werden, um einmal einen anderen Impuls in Deine Imagination zu bringen.
Wer weiß, vielleicht entscheidest Du Dich dann bewusst dazu den außer Kontrolle generierenden Horrorfilmen in Deinem Geist einen Strich durch die Rechnung zu machen und aktiv bewusst Liebesfilme in Deinem Geist zu generieren. Bestimmt gab es Situationen in Deinem Leben, in denen Dein Herz vor Freude so hoch geflogen ist, dass die ganze Welt einfach nur ein wunderbarer Ort ist. Vor allem im Zustand der Verliebtheit scheint auf einmal alles in Deinem Leben so wunderschön zu sein. Stell Dir einmal vor, der Zustand der Verliebtheit würde sich immer dann in Deinem entfalten, wenn Du Mal wieder viel zu hart mit Dir selbst umgehst. Was wären das für fatale Konsequenzen auf Dein Leben?
Wie entsteht eine Phobie?
Ich war für einige Zeit meines Lebens im Schwabenland unterwegs. In der Familie einer ehemaligen Partnerin hatte die Mutter eine Phobie vor Hunden. In einer vergangenen Situation ihres Lebens wurde sie von dem Hund eines Familienmitglied gebissen. Einige Menschen um sie herum konnten es wenig nachempfinden, wenn sie heftig auf freilaufende Hunde reagierte. Wie Du siehst, hat sie eine vergangene Situation ihres Lebens mit einem Hund auf alle Situationen generalisiert, in denen sie Hunden begegnet. Das ist eine klassische Reiz- und Reaktionsverknüpfung, im NLP auch Anker genannt. Immer wenn sie einem Hund begegnet, zeigt sie in unterschiedlichen Intensitäten eine phobische Reaktion.
Laut Klaus Grochowiak entsteht eine Phobie dadurch, dass bei Reizkonfrontation ein innerer Film abläuft, den der Betroffene unwillkürlich ansehen muss, sobald er einen kritischen Punkt erreicht hat. Ein kritischer Punkt könnte zum Beispiel erst dann erreicht werden, wenn im obigen Falle der Hund zu nah wäre, wie auch immer diese Nähe für den Menschen individuell definiert worden ist. Der Phobiker ist damit „gezwungen“ einen inneren Horrorfilme anzusehen, sobald er den kritischen Punkt erreicht, selbst wenn der Phobiker diesen inneren Film für völlig unrealistisch haltet. Der innere Film ist nichts anderes als das, wovon der Phobiker befürchtet, dass es passieren könnte. Dieser innere Film ist ihm nicht immer bewusst. Die phobische Reaktion ist das körperliche Empfinden, während im Inneren der Befürchtungsfilm abläuft.
Mir war es wichtig einen kurzen Ausflug in die Phobie zu machen, denn auf der einen Seite findet ein Film in der Imagination des Geistes statt, auf der anderen Seite existiert ein Anker aufgrund einer vergangenen Situation, die mit Leid verbunden war. Damit spielt auch die im Geist vorhandenen vergangenen Erinnerungen eine Rolle in Bezug auf die Angst.
Wie kannst Du die Fast Phobia Cure einfach anwenden?
Im nachfolgenden findest Du eine einfache Anleitung der Fast Phobia Cure. Diese Anleitung besteht aus mehreren Schritten, die Du nach und nach einstudieren und einüben kannst.
Wichtig Vorbereitungen für die Fast Phobia Cure
Sofern Du in der Rolle bist die Fast Phobia Cure bei jemand anderem anwenden zu wollen, macht es Sinn, wenn Du den vollständigen Ablauf der Fast Phobia Cure einmal erzählst. Damit schilderst Du Deinem Gegenüber vorab den Prozess und im Geist durchläuft Dein Gegenüber die erste wirksame Anwendung der Fast Phobia Cure.
Wenn Du Dich an die Erkenntnisse der Kresge College Gruppe in Bezug auf das Modelling von Phobikern erinnerst, kannst Du beispielsweise erwähnen, dass das Gehirn keinen Unterschied zwischen wirklich erlebten und vorgestellten Bildern und Filmen macht. Weiterhin kannst Du erwähnen, dass Dein Gegenüber immer dann, wenn der Prozess zu intensiv werden sollte, als Notfallknopf seinen Ressourcenanker großzügig aktivieren kann.
In diesem Vorbereitungsteil kannst Du mit Deinem Gegenüber in eine Konversation über den Prozess der Fast Phobia Cure führen, auch: Konversationsmodus. Mit Hilfe des „Outframings“ kannst Du von einer Person erzählen, mit der Du bereits erfolgreich eine Fast Phobia Cure durchgeführt hast. Outframing bedeutet im NLP, dass ein Prozess oder eine Intervention nicht direkt, sondern erzählerisch und indirekt vermittelt wird, zum Beispiel indem man von einer anderen Person oder einer früheren Situation berichtet. In dieser Erzählung verpackt liegt damit auch der Prozess der Fast Phobia Cure. Während Du also erzählst, muss Dein Gegenüber, um Deine Worte auch zu verarbeiten, sich den gesamten Prozess im Gehirn vorstellen und damit mitmachen. Bestenfalls hast Du bereits auditive Anker während der Erzählung und im Konversationsmodus hergestellt, die Dir den weiteren Verlauf des eigentlichen Prozesses erheblich erleichtern können.
Schritt 1: Lege mit Hilfe der NLP-Zielökologie das Ergebnis fest
Wie Du bereits weißt, ist eine Phobie eine unerwünschte Verknüpfung einer Ursache (dem Auslöser) der in allen Repräsentationskanälen (auch: Sinneskanäle, sensorische Kanäle) intern, also in der Vorstellung, oder extern durch ein Ereignis ausgelöst werden können. Nach einer kurzen Zeit geht der Reiz in eine Reaktion, über die im kinästhetischen Kanal stark negativ besetzt ist. Diese starke und negative Emotion ist in der Regel für viele Menschen unkontrollierbar, sobald die stark negative Emotion auftaucht. Weitere Beispiele von Phobien sind: Höhenangst, Flugangst und eine Spinnenphobie.
Durch den Prozess der Fast Phobia Cure wird die bewusst oder unbewusste Ursache und die daraus resultierende Wirkung gelöscht und eine neue Wirkungsbeziehung verankert. Wenn Du Deinen Gegenüber fragst, ab wann die Fast Phobia Cure ein sichtbarer Erfolg sein wird, kannst Du am Ende des Fast Phobia Cure Prozesses mit Deinem Gegenüber dies als sichtbaren Beweis für den Erfolg der Fast Phobia Cure heranziehen. Aus diesem Grund ist es auch sinnvoll die NLP-Zielökologie zu beachten.
Schritt 2: Teste den Ausgangszustand
Damit Du den Erfolg Deiner Fast Phobia Cure überprüfen kannst, ist es notwendig zu wissen, wie sich die Phobie bei Deinem Gegenüber äußert. Indem Du Dir einen Eindruck davon verschaffst, wie sich die Phobie bei Deinem Gegenüber äußert nutzt Du den Vorgang des Kalibrierens. Viele Menschen genügt bereits die Vorstellung des spezifischen Reizes, um die stark negative Emotion hervorzurufen. Damit kannst Du mit geeigneten Suggestionen oder durch den tatsächlichen Reiz als Auslöser die Phobie auslösen. Im weiteren Verlauf kalibrierst Du die Veränderungen von Gesichtsfarbe, Blutfluss, Atmung, Körpersprache, den analogen Merkmalen der Stimme Deines Gegenübers und so weiter. Kalibrieren bedeutet, dass Du die feinen Veränderungen in der Körpersprache, Atmung, Stimme, Hautfarbe oder Haltung einer Person genau beobachtest und daraus Rückschlüsse auf den inneren Zustand der Person ziehst. Kalibrieren heißt also, äußere Signale bewusst wahrzunehmen, um innere Prozesse besser zu verstehen.
Eine hohe sensory acuity, auch „Sinnesschärfe, Wahrnehmungsschärfe“ hilft Dir beim Prozess des Kalibrierens. Du solltest also Deine Aufmerksamkeit nach außen auf Deinen Gegenüber, anstatt mit Dir selbst beschäftigt zu sein. Durch die Fast Phobia Cure führst Du Deinen Gegenüber bewusst durch seine Phobie und bringst diese bei korrekter Anwendung der Fast Phobia Cure endlich zur Auflösung und einem damit verbundenen erleichternden Loslassen.
Im Modell des NLP gibt es das sogenannte T.O.T.E. Modell. Dabei steht T.O.T.E. für Test, Operate, Test und Exit. Das Modell stammt aus der Kybernetik und wurde in den 1960er Jahren von Miller, Galanter und Pribram entwickelt. Es beschreibt, wie Menschen Ziele erreichen, indem sie ihren aktuellen Zustand (Test) mit dem gewünschten Ziel vergleichen, eine Handlung ausführen (Operate), erneut prüfen, ob die Handlung zum gewünschten Ziel geführt hat (Test) und den Prozess bei Erfolg zu beenden (Exit).
Schritt 3: Die Anwendung des FPC-Formats
Im Kern beseht die Fast Phobia Cure aus drei voneinander unterschiedlichen Teilen:
1. Einem starken und selbstkalibrierenden Ressourcenanker
2. Einer geführten Fast Phobia Cure die mindestens drei Mal durchgeführt wird
3. Einem Future Pacing und einem generativen Prozess
Teilschritt 1: Der stark selbstkalibrierende Ressourcenanker
Ein selbstkalibrierender Ressourcenanker ist ein Anker, den Dein Gegenüber selbst auslösen kann. Dieser Begriff wurde ehemals von Chris Mulzer geprägt und hat seither seine sprachliche und schriftliche Verwendung im Modell des NLP gefunden. Hier ist der Ablauf der selbstkalibrierenden Ressourcenankers:
Als erstes fragst Du Deinen Gegenüber, welche Emotionen Dein Gegenüber anstatt der bisher negativen Emotion gerne haben wollen würde. Bitte Deinen Gegenüber dabei mindestens drei Emotionen dieser entstehenden Meta-Emotion (auch: Emotion aus mehreren Emotionen) zu benennen. Dies können Leichtigkeit, Geborgenheit und Gelassenheit sein. Wichtig ist, dass Dein Gegenüber zu diesen Nominalisierungen (auch: in Prozess bzw. eine Handlung, die in ein Hauptwort verwandelt wurde) Referenzen als Erlebnisse hat (auch: Referenzerlebnisse)
Nun bittest Du Deinen Gegenüber, sich an ein Ereignis in seiner Vergangenheit zu erinnern, in dem die erste Emotion, beispielsweise Leichtigkeit, beinhaltet war. Durch gezielte Submodalitätenarbeit mit dem Ereignis kann die Emotion noch verstärkt und zum Schluss geankert werden
Um einen selbstkalibrierenden Ressourcenanker herzustellen kannst Du nach Erlaubnis Deines Gegenübers seine Hand halten. Sobald Dein Gegenüber spürt, dass die Emotion stärker wird, soll Dein Gegenüber Deine Hand drücken. Mit Hilfe der Submodalitätenarbeit kannst Du beispielsweise sein das Inneres Bild des Ereignisses von dissoziiert zu assoziiert verändern, und in dem Moment, in dem sich die Emotion verstärkt, die Hand seine Hand drücken, wenn Dein Gegenüber dies vergessen sollte. Wenn Dein Gegenüber selbstbestimmt Deine Hand drückt, ankert er die jeweilige Emotion eigenständig und ein selbstkalibrierender Ressourcenanker entsteht
Jetzt testest Du den soeben hergestellten Anker durch das Auslösen und achtest auf deutliche körperliche Reaktionen Deines Gegenübers
Als nächstes bittest Du Deinen Gegenüber ein weiteres Erlebnis mit der gleichen Emotion zu erinnern. Diese Emotion ankerst Du dann ebenfalls. Danach wiederholst Du dies noch für ein weiteres Erlebnis mit der gleichen Emotion. Im NLP gilt oft die goldene Regel, einen Prozess drei Mal durchzuführen
Nun ankerst Du alle weiteren genannten Emotionen, in diesem Fall Geborgenheit und Gelassenheit, als Bestandteile des selbstkalibrierenden Ressourcenankers mit der gleichen Technik. Achte darauf, auch zwischendrin den selbstkalibrierenden Ressourcenanker zu testen
Nach dem Abschluss dieses Prozesses ist das Ergebnis ein starker, auf den jeweiligen Emotionsebenen, generalisiertes Ressourcenanker, der bei sauberer Installation allein dafür ausreichen würde, die Phobie aufzulösen. Dieser Ressourcenanker braucht die meiste Zeit im Format des Fast Phobia Cure.
Teilschritt 2: Die geführte Fast Phobie Cure in Aktion
Im nachfolgenden zweiten Teilschritt teile ich Dir die Fast Phobia Cure in weitere kleiner Häppchen auf. Damit kannst Du Schritt für Schritt die Fast Phobie Cure einüben.
1. Das Kino im Kopf (Eine dreifache Dissoziation)
Zu Beginn kannst Du Deinen Worten erneut in Form eines Outframings bestimmte Bilder im Kopf zeichnen. Beispielsweise: „Stell Dir einmal vor, Du könntest Dich im Geist in einen Kinosaal begeben. Bestimmt warst Du schon einmal in einem Kinosaal und kannst Dich an angenehm rote Sessel erinnern, während die roten Vorhänge noch die Kinoleinwand bedecken. Kannst Du Dich daran erinnern, wie bequem solche warmen roten Sessel sind?“. Je mehr Details Du mit Deinen Worten gibst, desto lebhafter und präziser werden die Bilder im Geist Deines Gegenübers sein.
Als nächstes kannst Du Deinen Gegenüber bitten, im Sessel der siebten Reihe bequem Platz zu nehmen und auf den roten Vorhang zu sehen. Nun bittest Du Deinen Gegenüber sich vorzustellen, wie er aus seinem Körper schwebt und an einen Seitenbalkon des Kinos auf einem weiteren roten Sessel Platz nehmen kann. Von hier aus kann Dein Gegenüber auf sich nach unten in die siebte Reihe sehen. Nun wiederholst Du diesen Vorgang noch einmal und bittest Deinen Gegenüber erneut sich vorzustellen, wie er aus seinem Körper schwebt und in der Vorführkabine in einem roten Sessel Platz nimmt. Neben seinem roten Sessel hat er einen Projektor mit einem Startknopf. Von hier aus kann sich Dein Gegenüber auf dem Seitenbalkon und in der siebten Reihe auf einem anderen roten Sessel sitzen. Es macht an dieser Stelle noch Sinn Deinem gegenüber zu suggerieren, dass er an diesem roten Sessel einen Gurt hat, den er von links oben nach rechts unten ziehen und unten rechts einklicken kann.
2. Die visuelle Vorstellung eines rückwärtslaufenden Films
In diesem Schritt bittest Du Deinen Gegenüber den Startknopf des Projektors zu drücken. Damit beginnt die eigentliche Vorstellung in seinem Geist und Du erklärst, dass sich die roten Vorhänge jetzt nach links und rechts außen bewegen. Das Licht im Kinosaal geht aus und zu einem dramatischen Orchesterton beginnt sich der Anfang des Films auf der Kinoleinwand zu platzieren. Die Töne des Orchestertons dienen als auditorisch konstruierte Wahrnehmung dazu, einen möglichen internen Dialog Deines Gegenübers zu überlagen und damit zu eliminieren. Ein interner Dialog Deines Gegenübers kann an dieser Stelle oft für Misserfolge verantwortlich sein, da er suggerieren könnte: „Sowas funktioniert doch niemals!“. Solche Autosuggestionen im Geist wirken oft wie selbsterfüllende Prophezeiungen und können den Prozess der Fast Phobia Cure erschweren.
Nun bittest Du Deinen Gegenüber den Film vorwärts laufen zu lassen, während sich Dein Gegenüber als Hauptperson in dem Film, während sich die phobische Reaktion im Szenario langsam aufbaut. Der Film läuft von seinem Beginn aus langsam vorwärts bis zum Höhepunkt, bis dahin, wo sich Dein Gegenüber wortwörtlich toben sieht. Dabei kannst Du Suggestionen übertreiben und Details erwähnen oder Deine Anweisungen neutral und auf den jeweiligen Prozess bezogen geben. Dein Gegenüber kann sich auch einen Film vorstellen, wenn eine Erinnerung an damals nicht erinnerbar ist.
Am Höhepunkt des Films angekommen stoppt Dein Gegenüber den Film und begibst sich auf Deine Anweisung hin, oder mit einem auditiven Anker, in den Film hinein. Dabei steigt Dein Gegenüber in die Kinoleinwand hinein und nimmt den Film wie durch seine eigenen Augen als Erlebnis wahr. Im gleichen Moment gibst Du jetzt Deinem Gegenüber die Anweisung, dass der Film beginnt, rückwärts zu laufen. Immer schneller und schneller läuft der Film rückwärts. Alles, was im Film geschehen ist, wie Gespräche, Handlungen und so weiter laufen rückwärts bis zurück zum Anfang des Films ab. Wenn Dein Gegenüber am Anfang des Films angekommen ist, dann springt er aus dem Film heraus und findet sich wieder in der siebten Reihe seines roten Sessels. An diesem Punkt sollte Dein Gegenüber für einen kurzen Moment durchatmen dürfen.
Wie die Submodalitäten des Films beschaffen sein sollen, kannst Du selbst bestimmten. Die Farbe des Films hat mit Sicherheit eine Auswirkung auf das subjektive Erleben Deines Gegenübers. Ich persönlich bevorzuge es, dass zumindest, wenn die Person im Film eintaucht und alles assoziiert wahrnimmt, ich die Suggestion gebe, dass der Film eine schwarz-weiße Farbe erhält. Danach lasse ich den Film rückwärts laufen und alles weitere folgt. Während des Prozesses der FPC lohnt es sich außerdem an geeigneten Stelle auditive Anker zu setzen. Damit sich Dein Gegenüber besser konzentrieren kann, empfiehlt es sich in der Regel, dass Dein Gegenüber die Augen geschlossen hält. Wenn Du Dich eines Outframings bedient hast, solltest Du beim Öffnen des Frameloops auch wieder darauf achten, diesen Frameloop zu schließen.
Der Erfolg Deiner Fast Phobia Cure kann durch nonverbale Hinweise Deines Gegenübers gezeigt werden. Wenn Dein Gegenüber beispielsweise seufzenden atmet, beginnt zu lachen (ein Zeichen einer Katharsis, auch: Reinigung) oder beginnt Tränen zu zeigen. Nach einigen Übungen der Fast Phobia Cure kannst Du sogar so weit gehen, dass Du anderen Menschen den Erfolg der Auflösung der Phobie garantieren kannst. Die Fast Phobie Cure lässt sich auch auf verschiedene Ängste, wie die Angst vor der Angst, die Angst vor Neuem und so weiter kontextualisieren und anwenden. In meinem NLP Practitioner Workshop kannst Du hautnah erfahren, wie stark die Erweiterung der Fast Phobie Cure wirken kann. Vor allem, wenn die Fast Phobie Cure in Deinem Leben damit beginnt, unbewusst von selbst zu laufen. Dies ist nur einer der Aspekte meiner Advanced Fast Phobia Cure.
Nachdem Dein Gegenüber einmal durch den ganzen Prozess der Fast Phobia Cure geführt worden ist, sitzt er wieder im roten Sessel der siebten Reihe im Kinosaal. Jetzt beginnst Du damit, dass sich Dein Gegenüber wieder mehrfach dissoziiert und führst die Fast Phobia Cure erneut durch. Diesen Prozess solltest Du mindestens drei, bestenfalls fünf und in den allerwenigsten Fällen sieben Mal durchgehen, bis die Phobie dem ewigen Vergessen anheimgefallen ist.
3. Es folgen das Future Pacing und generative Komponenten
Der Future Pace am Ende der Fast Phobia Cure ist ein eigenständiges NLP-Format. Nachdem Dein Gegenüber sein gewünschtes Ergebnis vermeintlich erreicht hat, testest Du dies mit dem T.O.T.E. Modell und gehst zum Future Pacing über. Dabei stellt sich Dein Gegenüber unterschiedlich zukünftige Situationen vor und Du nimmst wahr, ob sich in der Vorstellung Deines Gegenübers das gleiche Ergebnis zeigt. Um sicher zu gehen kannst Du in weiteren zukünftigen Szenarien Deinen Gegenüber bitten den selbstkalibrierenden Ressourcenanker auszulösen, oder Du löst diesen für Deinen Gegenüber aus. Das Unterbewusstsein lernt sehr schnell und nach einigen Wiederholungen geschieht dieser Prozess ganz wie von selbst.
Um den Erfolg dieser Generalisierung zu testen, kannst Du Deinen Gegenüber in weitere Situationen seiner Wahl führen, ohne aktiv einen Anker auszulösen. Wenn Dein Gegenüber wahrnehmen kann, dass das Ergebnis ganz wie von selbst eintritt, hast Du Dein Ziel erreicht. Mit Hilfe des generativen Future Paces kannst Du noch einen weiteren Schritt gehen. Frage Deinen Gegenüber, was sich außer seiner Phobie in seinem Leben noch positiv verändern soll. Wenn Dein Gegenüber jetzt positiv eingestimmt und offen für Veränderungen ist, solltest Du dies frei nach Milton H. Erickson auch als Ressource nutzen (auch: utilisieren). Damit kannst Du dem großen Arbeitsaufwand noch einen starken Impuls geben und Suggestionen geben, die an den Freund auf der anderen Seite (fragt sich nur welcher Freund, der Hypnotiseur, das Unterbewusstsein oder beides?) gegeben werden, dass dieser alle Möglichkeiten nutzen soll, in denen die Anwendung der zuvor angewandten Technik von wertvollem Nutzen sein kann.
Bei dem generativen Future Pace aktivierst Du unbewusste Ressourcen, ohne genau zu wissen, um welche Ressourcen das genau sind. Chris Mulzer sagte einmal „Black Box Programmierung“ dazu. Damit übergibst Du die eigentliche Arbeit an das Unterbewusstsein. Mit dem generativen Future Pace kannst Du wunderbar experimentieren und durch Einholen von Feedback eines ehemaligen Phobikers erfahren, welche Veränderungen sich in seinem Leben nach der Fast Phobia Cure ereignet haben. Vielleicht lässt sich durch mehrfaches Einholen von Informationen dann herausfinden, welcher generative Future Pace möglicherweise am effizientesten war, sofern Du Dir genau gemerkt hast, welchen generativen Future Pace Du verwendet hast. Allerdings sei hier gesagt, dass dies dann nur durch mehrfaches Anwenden des möglicherweise effizientesten generativen Future Paces wirklich nachhaltig bestätigen lässt.
Das Kriterium welches Dir zeigt, dass Du eine großartige Arbeit geliefert hast, ist wenn Dein Gegenüber in nur einer Sitzung damit beginnt sich mehr zum Positiven zu verändern. Dann hast Du im wahrsten Sinne des Wortes das Leben eines anderen Menschen verändert. Im übrigen ist der Prozess zum Herstellen eines Ankers hier für Dich geschildert. Ich danke Dir für Deine Zeit und wünsche Dir für Dein Leben die dramatisch positiven Veränderungen, welche Du Dir so sehr von Herzen wünschst.
Danke für Deine Zeit und bis bald,
Dein Florian 🌈

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