Wie Du Dich beim Kennenlernen selbst sabotierst

Neun unbewusste Muster, die Anziehung leise zerstören, und was Du stattdessen tun kannst.
Viele Männer kennen diesen Moment, in dem eine Begegnung mit einer Frau eigentlich wunderbar läuft. Das Gespräch fließt und es gibt ein spürbares Knistern, und plötzlich verliert sie das Interesse und zieht sich zurück. Im ersten Moment sucht man die Gründe gern bei ihr oder beim eigenen Aussehen oder bei den Umständen. Doch oft liegt der eigentliche Grund in kleinen Mustern, mit denen wir uns selbst im Weg stehen. Die gute Nachricht ist, dass sich die meisten dieser Muster erstaunlich leicht verändern lassen sobald man sie einmal erkannt hat. Dieser Artikel stellt Dir neun solcher Muster vor und zeigt Dir jeweils einen gesünderen Weg.
Erstes Muster: Sie auf ein Podest stellen
Eines der häufigsten Muster entsteht in unserem Kopf, lange bevor wir überhaupt ein Wort gesagt haben. Wir halten eine Frau für etwas Besseres und glauben insgeheim, dass sie eigentlich eine Nummer zu groß für uns ist. Dieser Gedanke zeigt sich dann in unserer Körpersprache und in unserem Blick, und er zeigt sich in der Art wie wir mit ihr sprechen. Die meisten Frauen spüren diese innere Haltung sehr genau, auch wenn wir sie noch so gut zu verbergen versuchen. Der Weg heraus führt über eine einfache Erkenntnis, die man allerdings am besten durch Erfahrung verinnerlicht. Auch die attraktivste Frau ist ein Mensch mit Unsicherheiten und schlechten Tagen, der genauso müde wird und genauso Angst vor Ablehnung hat wie Du. Je mehr echte Begegnungen Du erlebst, desto natürlicher wird diese Erkenntnis für Dich.
Zweites Muster: Sich von bitteren Inhalten füttern lassen
Im Internet gibt es ganze Welten voller Videos, die Männern erklären warum sie bei Frauen ohnehin keine Chance haben. Manche dieser Inhalte reduzieren Anziehung auf Körpergröße oder Kinnform, und andere zeichnen ein durch und durch feindseliges Bild von Frauen. Wer solche Inhalte regelmäßig konsumiert, trägt diese Bilder irgendwann in jede Begegnung mit hinein. Die Informationen die wir aufnehmen, formen mit der Zeit unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit. Wer ständig mit Bitterkeit und Konkurrenzdenken gefüttert wird, geht verkrampft und nach innen gerichtet in eine Begegnung. Doch Anziehung entsteht dort, wo ein Mann offen und neugierig auf andere Menschen zugeht und eine gute Stimmung schafft. Achte deshalb bewusst darauf, welche Inhalte Du in Deinen Kopf lässt.
Drittes Muster: Eine Rolle spielen
Manche Männer versuchen nach dem Konsum solcher Inhalte, einen besonders dominanten und unnahbaren Mann darzustellen. Das Problem dabei ist weniger die Stärke selbst als die fehlende Echtheit. Eine Frau spürt sehr schnell, ob eine Haltung aus innerer Sicherheit kommt oder ob jemand krampfhaft versucht eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Hinzu kommt, dass gerade die weichen Seiten eines Mannes für echte Nähe unverzichtbar sind. Wer Vertrauen aufbauen möchte, darf auch Gefühle zeigen und seine menschliche und verspielte Seite zeigen. Reife Männlichkeit verbindet Stärke und Weichheit miteinander, und gerade diese Verbindung macht einen Mann anziehend.
Viertes Muster: Zu viel schreiben
Viele Männer schreiben in der Kennenlernphase stundenlange Nachrichten und erzählen sich dabei schon ihr halbes Leben. Wenn sie sich dann zum ersten Mal treffen, ist plötzlich die Luft raus und es fällt ihnen kaum noch etwas ein. Alles was es zu erzählen gab, wurde ja bereits geschrieben. Ein gesünderer Weg liegt darin Nachrichten vor allem für die Verabredung zu nutzen und das Spannende für die echte Begegnung aufzuheben. Die Stimme und der Blick und das Lachen eines Menschen lassen sich durch keine Nachricht ersetzen. Und echte Anziehung entsteht fast immer in der Begegnung und nur selten auf einem Bildschirm.
Fünftes Muster: Sich ständig entschuldigen
Manche Männer entschuldigen sich in Gegenwart einer attraktiven Frau für jede Kleinigkeit. Sie entschuldigen sich dafür sie angesprochen zu haben, oder dafür dass sie einen Moment zu spät sind oder eine Meinung haben. Hinter diesem Muster steckt oft die Angst etwas falsch zu machen und dadurch die Zuneigung des anderen zu verlieren. Wer etwas falsch gemacht hat, darf sich natürlich aufrichtig entschuldigen, und das ist ein Zeichen von Reife. Ständige Entschuldigungen für Dinge, die gar keine Entschuldigung brauchen, wirken dagegen so als würdest Du Dir selbst keinen Raum zugestehen. Beobachte einmal, wie oft Du Dich bei Freunden entschuldigst und wie oft in der Gegenwart einer Frau die Dir gefällt.
Sechstes Muster: Nach Bestätigung fischen
Ein weiteres Muster zeigt sich in der Suche nach Komplimenten. Manche Männer fragen eine Frau direkt, wie attraktiv sie ihn findet, oder versuchen ihr auf Umwegen ein Kompliment zu entlocken. Die Frau spürt dabei sehr deutlich die Bedürftigkeit, die hinter dieser Frage steckt. Viele Frauen sind mit Komplimenten an Männer eher zurückhaltend, auch wenn sie ihn wirklich mögen. Ein Mann der in sich ruht, braucht diese Bestätigung nicht ständig von außen. Und wenn ein Kompliment dann von selbst kommt, ist es umso schöner und echter.
Siebtes Muster: Die Gesprächsanteile nicht spüren
Am Anfang einer Begegnung ist es oft hilfreich, wenn der Mann etwas mehr spricht und Energie in das Gespräch bringt. Viele Männer bleiben jedoch den ganzen Abend in dieser Rolle und lassen die Frau kaum zu Wort kommen. Dabei sollte sich das Verhältnis im Laufe einer Begegnung langsam verschieben, sodass sie mit der Zeit immer mehr von sich erzählt. Ein Mensch fühlt sich mit einem anderen verbunden, wenn er von sich erzählen durfte und sich dabei gehört gefühlt hat. Wer meinen Artikel über die Kunst einen Menschen wirklich kennenzulernen gelesen hat, findet dort viele Anregungen für gute Fragen und echtes Zuhören.
Achtes Muster: Keine Absicht zeigen
Viele Männer landen in der sogenannten Freundeszone, weil sie ihr Interesse nie wirklich zeigen. Sie sind freundlich und hilfsbereit, doch sie trauen sich nicht zu zeigen, dass sie die Frau als Frau anziehend finden. Für die Frau entsteht dadurch der Eindruck einer netten Bekanntschaft, aus der nie mehr werden soll. Absicht zu zeigen bedeutet nicht aufdringlich zu werden. Es zeigt sich in einem längeren Blick und in einem ehrlichen Kompliment, oder darin dass Du ihr näher kommst und sie zu einem echten Date einlädst. Wer seine Absicht klar zeigt, bekommt eine klare Antwort, und auch ein Nein ist dann eine wertvolle Klarheit. Ein Mann der in sich ruht, kann mit einem solchen Nein gelassen umgehen, weil es nichts über seinen Wert aussagt.
Neuntes Muster: Beeindrucken wollen
Das letzte Muster wirkt zunächst ganz harmlos. Viele Männer erzählen schon beim ersten Treffen von ihrem Erfolg und ihren Leistungen und von allem was sie erreicht haben. Sie hoffen dadurch Eindruck zu machen und merken nicht, dass genau dieses Bemühen oft das Gegenteil bewirkt. Wer beeindrucken will, signalisiert dass er sich der Zuneigung des anderen noch nicht sicher fühlt. Ein Mann der in sich ruht, muss seine Erfolge nicht vor sich hertragen, weil sie sich mit der Zeit ganz von selbst zeigen. Viel anziehender ist eine gelassene Sicherheit, die einfach da ist und keine Begründung braucht.
Was alle Muster verbindet
Wenn Du diese neun Muster nebeneinanderlegst, entdeckst Du einen gemeinsamen Kern. Fast alle entstehen aus der Angst nicht zu genügen und aus dem Wunsch, die Zuneigung einer Frau irgendwie zu verdienen. Wir stellen sie auf ein Podest, entschuldigen uns und suchen Bestätigung, oder wir versuchen sie zu beeindrucken oder eine Rolle zu spielen. Deshalb liegt die eigentliche Lösung weniger in einzelnen Techniken als in Deiner inneren Haltung. Wer seinen eigenen Wert kennt und sich selbst mit Freundlichkeit begegnet, verliert viele dieser Muster ganz von allein. In meinem Artikel über das Idealbild als Maßstab findest Du Anregungen dafür, wie Du Schritt für Schritt der Mann werden kannst der Du sein möchtest.
Zum Schluss
Selbstsabotage ist selten ein Zeichen von Unfähigkeit, sondern meistens ein Zeichen von alter Unsicherheit. Jedes der neun Muster kannst Du erkennen und Schritt für Schritt durch eine gesündere Gewohnheit ersetzen. Mit der Zeit wirst Du merken, wie viel leichter und natürlicher Deine Begegnungen werden.
Vielleicht erkennst Du Dich in einem oder zwei dieser Muster wieder. Dann nimm Dir für Deine nächste Begegnung nur ein einziges davon vor und beobachte, was sich verändert, wenn Du es einmal anders machst. Ich wünsche Dir viel Freude auf Deiner weiteren Reise.
Danke für Deine Zeit und bis bald,
Dein Florian 🌈
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