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Die Landkarte, die sich selbst kennt

Autorenbild: Florian Stotz
Florian Stotz
22. Sept.
11 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 13 Stunden

Alfred Korzybski und warum die wichtigste Frage nicht lautet, ob etwas stimmt.


Vor einiger Zeit war ich in Sizilien unterwegs und kam an einem Restaurant mit einem spanisch klingenden Namen vorbei, vor dem ein paar Männer mit Hüten saßen. Innerhalb weniger Sekunden hatte ich eine vollständige Geschichte im Kopf: Das mussten Spanier sein, die hier ein Lokal betreiben, und für mich sahen sie sogar spanisch aus. Als ich hinüberging und mit ihnen ins Gespräch kam, stellte sich heraus, dass es Sizilianer waren, und ich musste über mich selbst lachen. Aus einem Namen und einem Hut hatte ich eine ganze Landkarte gebaut, mit Herkunft, Geschichte und sogar Gesichtszügen, und ohne hinzugehen hätte ich sie für wahr gehalten. Welche Spanier eigentlich? Genau um diese Frage geht es heute, denn das Gleiche passiert uns allen täglich, nur widerspricht uns die Wirklichkeit dabei selten so freundlich wie mir an diesem Nachmittag. Wir bauen Karten über andere Menschen, über unsere Beziehungen, über unseren Beruf und vor allem über uns selbst und halten sie für das Gebiet. Kaum jemand hat diesen Vorgang so gründlich untersucht wie Alfred Korzybski, dessen bekanntester Satz es in fast jede NLP-Ausbildung geschafft hat. Heute schauen wir uns an, was hinter diesem Satz steht, denn er ist viel größer und praktischer, als die meisten denken.


Eine Frage aus dem Krieg


Alfred Korzybski wurde 1879 in Warschau geboren, war Ingenieur und Mathematiker und diente im Ersten Weltkrieg als Offizier. Nachdem er verwundet worden war, ging er in die USA, doch das Erlebte an der Front ließ ihn nicht los und verdichtete sich zu einer Frage, die auch mich bis heute bewegt: Wie kann dieselbe Spezies, die Brücken baut, Sterne berechnet und Maschinen konstruiert, sich gleichzeitig millionenfach gegenseitig umbringen?


Stell Dir für einen Moment vor, Du könntest über einem solchen Schlachtfeld schweben und auf die Trümmer, die Gräben und den aufsteigenden Rauch hinunterschauen. Und stell Dir vor, Du fragst Dich dabei nicht, wer daran schuld ist, sondern etwas ganz anderes: Was wäre, wenn es gar nicht die Bosheit der Menschen ist, sondern ihre Art zu denken und zu sprechen? Genau das war Korzybskis Antwort. Unsere Sprache und unsere Denkgewohnheiten passen in ihrer Struktur nicht zu der Welt, in der wir leben, und so handeln wir nach falschen, veralteten oder verwechselten Karten, ohne es zu merken.


1921 erschien sein erstes Buch Manhood of Humanity und 1933 sein Hauptwerk Science and Sanity, dessen Titel bereits Programm ist, denn es geht um nichts weniger als die geistige Gesundheit ganzer Gesellschaften. Aus diesen Gedanken begründete er ein Fach, das er Allgemeine Semantik nannte. Ein Punkt, der oft verwechselt wird, gleich vorweg: Die Allgemeine Semantik ist keine Sprachwissenschaft. Während die Linguistik nach dem Aufbau der Sprache fragt, wollte Korzybski wissen, was Sprache mit unserem Nervensystem und unserem Verhalten macht. Er wollte keine Theorie, stattdessen aber ein Training.


Pflanzen, Tiere und Zeitbinder


Warum war ihm Sprache so wichtig? Dafür braucht es einen Gedanken der in kaum einer NLP-Ausbildung vorkommt. Korzybski unterschied drei Arten von Leben. Pflanzen binden Energie und nehmen das Sonnenlicht auf. Tiere binden Raum. Sie bewegen sich, jagen und wandern. Und Menschen binden Zeit. Wir können das Gelernte einer Generation an die nächste weitergeben. So muss niemand bei null anfangen.


Das geht allerdings nur über Symbole. Über Worte, Zeichen, Bücher und Geschichten. Und genau hier liegt die Sprengkraft dieses Gedankens. Mit ungenauen Symbolen geben wir nicht nur Wissen weiter, sondern auch Denkfehler. Über Generationen hinweg und immer weiter verstärkt. Wer die eigene Sprache präziser macht tut also nicht nur sich selbst einen Gefallen. Er verbessert die Qualität dessen was Menschen einander überhaupt weitergeben können. Für mich ist das die schönste Berufsbeschreibung überhaupt.


Die Landkarte ist nicht das Gebiet


Jetzt kommen wir zu dem berühmten Satz. In seiner üblichen Form ist er verkürzt. Korzybski formulierte eigentlich drei zusammengehörige Aussagen:


  • Die Karte ist nicht das Gebiet. Das Wort ist nicht die Sache. Das Etikett ist nicht der Mensch. Wer Ich bin ein ängstlicher Mensch für eine Beschreibung seines Wesens hält, hat Karte und Gebiet gleichgesetzt. Und wer die Karte für das Gebiet hält reagiert auf das Wort statt auf die Wirklichkeit.

  • Die Karte bildet nicht das ganze Gebiet ab. Jede Beschreibung lässt etwas weg. Immer. Eine Karte im Maßstab eins zu eins wäre keine Karte mehr sondern das Gebiet selbst und damit völlig nutzlos. Weglassen ist also kein Fehler. Der Fehler beginnt dort wo wir das Weglassen vergessen.

  • Die Karte kann eine Karte von sich selbst enthalten. Der Mensch kann nicht nur über die Welt nachdenken sondern auch über sein eigenes Denken. Er kann bemerken dass er gerade eine Karte baut. Aus genau dieser Fähigkeit entsteht die Möglichkeit zur Selbstkorrektur.


Vielleicht erinnerst Du Dich an meinen Artikel über Milton H. Erickson. Dort pflanzt der kleine Milton seine Kartoffeln zur falschen Mondphase und erntet genauso gut wie sein Großvater. Und der Großvater kann es nicht glauben. Das ist die erste Aussage in ihrer reinsten Form. Ein Mensch verteidigt seine Karte sogar gegen das was er mit eigenen Augen sieht.


Was Sprache überhaupt übertragen kann


Jetzt wird es etwas anspruchsvoller. Lies hier gern etwas langsamer. Denn dieser Gedanke ist für mich das Herzstück der ganzen Allgemeinen Semantik und wird fast nie erklärt. Korzybskis These lautet: Alles was Sprache übertragen kann ist Struktur. Beim Wort Baum kommt bei Dir kein Baum an. Keine Rinde, kein Harz, kein Rauschen der Blätter. Was ankommt sind ausschließlich Beziehungen. Dass ein Baum größer ist als ein Strauch. Dass er zu den Pflanzen gehört. Dass die Wurzeln unten sind und die Krone oben. Eine gute Landkarte funktioniert genauso. Sie enthält kein Gras und keine Steine. Sie enthält die Lage der Orte zueinander, ihre Entfernung und ihre Richtung. Und genau deshalb ist sie brauchbar. Nicht weil sie dem Gebiet in der Substanz gleicht sondern weil sie ihm in der Struktur ähnelt. Drei Begriffe helfen Dir beim Auseinanderhalten:


  • Relation. Die Beziehung zwischen zwei Elementen. Groß bedeutet nichts ohne ein Klein zum Vergleich. Kalt ist immer kalt im Vergleich zu etwas.

  • Ordnung. Die Reihenfolge und Anordnung. Der Hund biss den Mann und der Mann biss den Hund enthalten dieselben Worte. Anders ist nur die Ordnung und sie erzeugt eine völlig andere Bedeutung.

  • Struktur. Das Gesamtmuster aller Relationen und Ordnungen. Das Skelett. Es lässt sich von der Wirklichkeit in die Sprache übertragen ohne dass die Substanz mitwandert.


Die Frage, die mehr verändert als jede Antwort


Aus diesem Gedanken folgt etwas das meine Arbeit mit Menschen grundlegend verändert hat. Wenn Sprache nur Struktur überträgt, lässt sich die Frage ob etwas stimmt gar nicht allein beantworten. Denn stimmen heißt ja bereits übereinstimmen. Und zwar mit etwas anderem. Die bessere Frage lautet deshalb: "Womit stimmt das überein und in welchem Verhältnis?"


In dieser Frage stecken zwei verschiedene Bewegungen. Ich habe selbst eine Weile gebraucht um sie sauber auseinanderzuhalten. Nehmen wir einen Satz den ich in Gesprächen immer wieder höre: Mein Vater ist ein böser Mensch. Die erste Frage fragt nach dem Gebiet. Welche konkreten Szenen hast Du bei dem Wort böse im Kopf? Was hat er getan? Und womit vergleichst Du ihn? Wie müsste ein Vater sein damit Du ihn nicht so nennst? Wichtig ist was diese Frage nicht ist. Sie ist keine Frage nach dem Warum. Die naheliegende Bewegung wäre zu sagen: Vielleicht hatte er selbst Angst und wollte Dich nur schützen. Das mag stimmen und kann später sehr wertvoll sein. Aber an dieser Stelle baut es eine neue Karte über die alte. Und es entschuldigt ein Verhalten bevor es überhaupt benannt wurde. Erst die Szenen, dann die Deutung.


Die zweite Frage fragt nach dem Geltungsbereich. Wann, wo, gegenüber wem, wie oft und wie stark? Vielleicht war der Vater zu seinem Sohn hart und zu seinen Kollegen ausgesprochen freundlich. Vielleicht war er es vor zwanzig Jahren und ist heute ein anderer. Dann ist böse keine Eigenschaft dieses Menschen sondern die Beschreibung einer Beziehung in einem bestimmten Kontext zu einer bestimmten Zeit. Und das verändert was Du damit tun kannst. Korzybski hatte dafür kleine Werkzeuge die Du sofort verwenden kannst. Er versah Wörter gedanklich mit Nummern: Der Vater gegenüber seinem Sohn ist nicht derselbe wie der Vater gegenüber seinen Kollegen. Und er versah sie mit Jahreszahlen: Ich im Jahr 2015 bin nicht ich im Jahr 2026. Das klingt fast banal. Aber probier es an einem Satz aus den Du über Dich selbst glaubst. Und spür was passiert.


Eine Übung mit zwei Fragen

Nimm einen Satz über Dich der Dich klein macht. Etwas wie: Ich bin nicht diszipliniert. Und dann geh ihn in fünf Schritten durch:


  • Erstens: Was ist das Gebiet? Nenne drei konkrete Situationen dazu.

  • Zweitens: Womit vergleichst Du Dich? Wer ist Dein Maßstab und ist er fair?

  • Drittens: Wo und wann gilt der Satz und wo nicht? Such Dir mindestens eine Ausnahme.

  • Viertens: In welchem Grad? Nicht ja oder nein sondern auf einer Skala von eins bis zehn.

  • Fünftens: Formuliere den Satz neu. Alle vier Antworten sollen darin Platz haben.


Meistens wird der neue Satz kleiner, nüchterner und länger. Und genau das ist gut. An einem nüchternen Satz kann man arbeiten, an einem absoluten nicht.


Das kleine Wort mit der großen Wirkung


Eine Geschichte wird in fast jeder Darstellung von Korzybski falsch erzählt. Ich möchte sie hier geraderücken. Oft heißt es Korzybski habe verlangt das Wort ist aus der Sprache zu streichen. Das stimmt nicht. Diese Idee stammt von David Bourland aus dem Jahr 1965. Also über dreißig Jahre nach Science and Sanity. Bourland nannte das E-Prime und strich damit nicht nur ist sondern jede Form des Verbs sein. Eine interessante Übung. Im Alltag aber eher eine Axt.


Korzybski selbst hatte ein Skalpell. Er störte sich nicht am Wort sondern an zwei bestimmten Verwendungen. Unproblematisch ist ist als Hilfsverb wie in er ist gegangen und als Aussage über das Vorhandensein wie in es ist noch Tee da. Problematisch sind dagegen zwei andere:


  • Das Ist der Identität. Er ist ein Faulpelz. Hier wird ein Etikett mit einem ganzen Menschen gleichgesetzt. Aus einem Verhalten an einem Nachmittag wird ein Wesen.

  • Das Ist der Eigenschaft. Der Vortrag war langweilig. Hier wird Deine eigene Langeweile in den Vortrag hineinverlegt als wäre sie seine Eigenschaft. Ehrlicher wäre: Ich habe mich dabei gelangweilt.


Die Leiter vom Ereignis zum Urteil


Korzybski hat beschrieben wie aus einem Ereignis ein Satz wird. Er verstand das als eine Art Leiter. Ganz unten steht das Ereignis selbst mit unendlich vielen Eigenschaften. Die meisten davon nehmen wir nie wahr. Darüber steht was Dein Nervensystem daraus macht. Schon hier ist ausgewählt und weggelassen worden bevor ein einziges Wort fällt. Darüber steht der erste Name. Das Etikett. Und darüber stehen Aussagen über Aussagen wie Schlussfolgerungen, Urteile und Überzeugungen.


Ein Beispiel. Jemand schaut nicht auf als Du den Raum betrittst. Das ist was passiert ist. Daraus wird: Er hat mich ignoriert. Daraus wird: Er respektiert mich nicht. Und daraus wird: Die Leute nehmen mich nicht ernst. Vier Stufen und jede fühlt sich an wie eine Beobachtung. Aber nur die unterste ist eine. Die Fähigkeit die eigene Stufe zu bemerken nannte Korzybski das Bewusstsein des Abstrahierens. Es geht dabei nicht darum nicht mehr zu abstrahieren. Das ginge gar nicht und wäre auch nicht wünschenswert. Es geht darum zu wissen dass man es tut.


Der halbe Atemzug


Und damit kommen wir zu dem Werkzeug das ich für das praktischste von allen halte. Korzybski unterschied zwei Arten zu reagieren. Die eine nannte er Signalreaktion. Sie läuft wie ein Reflex. Ein Wort kommt herein und die Reaktion geht hinaus. Dazwischen geschieht nichts. Jemand sagt einen bestimmten Satz in einem bestimmten Ton und Du bist schon verletzt. Noch bevor Du verstanden hast was gemeint war.


Die andere ist die verzögerte Reaktion. Sie ist keine Unterdrückung und keine Selbstbeherrschung. Sie ist ein winziger Abstand. Ein halber Atemzug in dem eine einzige Frage auftauchen kann: Reagiere ich gerade auf das was passiert oder auf meine Karte davon? Vielleicht kennst Du das: Du weißt genau was Du willst und tust trotzdem etwas anderes. Genau hier lässt sich etwas verändern. Nicht im Nachdenken danach sondern in diesem halben Atemzug davor.


Nicht alles ist schwarz oder weiß


Ein letzter Baustein der im Alltag enorm viel verändert. Unsere Sprache ist voller Entweder-oder. Gut oder schlecht, richtig oder falsch, bereit oder nicht bereit. Und Grübeln läuft fast immer in solchen Schleifen. Soll ich oder soll ich nicht. Bin ich gut genug oder nicht. Korzybski setzte dem eine Haltung entgegen die grundsätzlich mit Abstufungen rechnet. Zwischen bereit und nicht bereit liegen unzählige Stufen. Bereit für einen Nachmittag aber noch nicht für drei Tage. Bereit für diese Gruppe aber noch nicht für jene. Und hier kommt ein Punkt der mir wichtig ist. Er wird oft falsch verstanden. Das ist kein Relativismus. Es heißt nicht dass alles gleich gültig sei. Es heißt nur dass die Skala feiner ist als zwei Punkte. Auf einer feinen Skala kannst Du sehr klare Urteile fällen. Sie sind nur genauer.


Wo die Karte im Kopf wohnt


Wenn Du mit NLP vertraut bist, hast Du vielleicht schon gemerkt wie viel davon auf Korzybski zurückgeht. Richard Bandler und John Grinder haben ihn ausdrücklich als Quelle genannt. Die Fragen des Metamodells wie verglichen womit, wer genau oder woher weißt Du das sind im Grunde seine Werkzeuge in Frageform. Und noch etwas geht auf ihn zurück, das mich besonders fasziniert. Wenn Sprache nur Struktur überträgt gilt das auch für die Bilder in Deinem Kopf. Eine Erinnerung hat einen Inhalt. Das ist was Du siehst. Und sie hat eine Struktur. Das ist wie Du es siehst. Groß oder klein, nah oder fern, hell oder dunkel, mit Rahmen oder ohne, mit Deinen eigenen Augen oder von außen betrachtet. Im NLP nennen wir das Submodalitäten. Und genau diese Struktur entscheidet darüber wie stark Du etwas glaubst und wie sehr es Dich bewegt. Nicht der Inhalt. Das bedeutet etwas sehr Praktisches. Du musst einen Satz nicht widerlegen um ihm seine Macht zu nehmen. Oft reicht es die Struktur zu verändern, in der er gespeichert ist.


Eine Übung für die Karte der Karte

Nimm einen belastenden Gedanken und sag ihn Dir einmal so wie Du ihn normalerweise denkst. Zum Beispiel: Ich schaffe das nicht. Achte darauf welches Bild dabei auftaucht. Wo ist es? Wie groß ist es? Hat es einen Rahmen oder füllt es Dein ganzes Blickfeld?


Und jetzt sag Dir den Satz ein zweites Mal. Diesmal anders: Ich bemerke gerade den Gedanken dass ich das nicht schaffe. Und während Du das sagst gib dem Bild einen Rahmen. Einen richtigen mit Kante, vielleicht aus dunklem Holz. Dann schieb das gerahmte Bild langsam von Dir weg. Einen Meter, zwei Meter, bis es ungefähr so groß ist wie eine Postkarte an der Wand.


Spür nach was sich in Deinem Körper verändert hat. Das Bild ist noch da und der Inhalt ist derselbe. Aber es ist jetzt eine Karte die Du betrachtest. Nicht mehr die Welt in der Du steckst. Genau das meinte Korzybski mit Selbstreflexivität. Eine Karte die sich selbst kennt kann sich verändern.


Was diese Gedanken zusammen ergeben


Nebeneinandergelegt zeigen die Bausteine eine gemeinsame Bewegung. Die drei Aussagen über Karte und Gebiet erinnern Dich daran dass jede Beschreibung unvollständig ist. Der Gedanke der Struktur zeigt Dir dass Bedeutung in Beziehungen liegt und nicht in den Dingen. Die zwei Fragen machen sichtbar worauf ein Urteil eigentlich beruht. Die beiden Ist zeigen Dir wo Sprache Menschen zu Etiketten macht. Die Leiter zeigt Dir auf welcher Stufe Du gerade stehst. Der halbe Atemzug gibt Dir einen Moment der Wahl zurück. Und die Abstufungen lösen Dich aus dem Entweder-oder. Alle führen an dieselbe Stelle. Weg von der Frage ob etwas wahr ist. Hin zu der Frage wie Du zu Deinem Bild davon gekommen bist.


Mich berührt dabei immer wieder wie alt dieser Gedanke eigentlich ist. Epiktet sagte fast zweitausend Jahre vor Korzybski sinngemäß: Nicht die Dinge selbst beunruhigen uns, sondern unsere Meinungen über die Dinge. Marcus Aurelius hat ihn gelesen und sich diesen Gedanken in seinen Selbstbetrachtungen immer wieder selbst notiert. Korzybski machte daraus ein Handwerk. Er fragte woran diese Meinungen hängen. Und das NLP hat gezeigt dass sie sogar eine Adresse haben. Einen Ort, eine Größe und eine Entfernung in Deinem inneren Raum. Im nächsten Artikel gehen wir über zu Gregory Bateson, mit dem Du Dein Wissen zur Kommunikation erheblich vertiefen wirst.


Die eigene Karte zu verstehen ist das eine. Sie im Moment zu bemerken in dem sie Dich führt ist das andere. Und das braucht Wiederholung. Wenn Du nur eine Sache mitnimmst, dann diese Frage. Immer dann wenn Du Dich bei einem sehr sicheren Satz über Dich oder einen anderen Menschen erwischst: "Was habe ich weggelassen damit dieser Satz überhaupt möglich wurde?"


Danke für Deine Zeit und bis bald,


Dein Florian 🌈

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