Submodalitäten und Submodalitätenveränderungen – Teil 1
- Florian Stotz

- 20. Aug. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Aug.
Wie Du Dein Leben mit der Veränderung Deiner Submodalitäten positiv beeinflusst.
Vor einigen Jahren beschäftigte ich mich mit einem der ersten Bücher aus dem Modell des NLP. Es trägt den Namen „An Insider's Guide to Sub-Modalities" und stammt von Richard Bandler und John Grinder aus dem Jahr 1988. Dabei lernte ich eines der Kernelemente des Neuro-Linguistischen Programmierens kennen: die Submodalitäten und ihre Veränderung. Heute machen wir gemeinsam einen kleinen alchemistischen Ausflug in dieses essenzielle Element des NLP.
Was sind Submodalitäten?
Submodalitäten sind die kleinsten Bausteine Deiner inneren Wahrnehmung. Übersetzen wir das Wort wörtlich, erhalten wir Untereigenschaften" Es sind feine Untereigenschaften in unseren einzelnen Repräsentationssystemen. Im NLP sind Repräsentationssysteme jene Sinneskanäle, über die ein Mensch seine Erfahrungen aufnimmt, verarbeitet und innerlich speichert. Zu den klassischen fünf Repräsentationssystemen gehören die fünf Sinne:
- das Visuelle (Sehen)
- das Auditive (Hören)
- das Kinästhetische (Fühlen)
- das Olfaktorische (Riechen)
- das Gustatorische (Schmecken)
Im NLP werden sie verkürzt als VAKOG bezeichnet. Wenn Du die Anfangsbuchstaben dieser Aufzählung von oben nach unten liest, erschließt sich Dir der Begriff von selbst. Unsere Sinne sind damit die Säulen, auf denen die Submodalitäten überhaupt erst stehen.
Submodalitäten sind also die feinen Untereigenschaften in unseren Sinneskanälen, die Deine inneren Bilder, Töne und Gefühle im Detail ausmachen. Ein Bild in Deinem Kopf ist nicht einfach nur ein Bild. Es hat Helligkeit, Farbe, Größe, Bewegung und eine bestimmte Entfernung. Ein Ton ist nicht einfach nur ein Ton. Er kann laut oder leise sein, hell oder dunkel, nah oder fern. Und auch Deine Körpergefühle bestehen aus Eigenschaften wie Temperatur, Druck, Intensität und Ausdehnung.
Warum ist das Wissen über Submodalitäten sinnvoll?
Die Bedeutung der Submodalitäten für die Veränderung Deines Erlebens wird deutlich, wenn ich ihren Ursprung aus dem Buch „An Insiders Guide to Sub-Modalities“ heranziehe. Richard Bandler, einer der beiden Begründer des NLP, entdeckte bei der Arbeit mit Menschen, die unter Phobien litten, etwas Entscheidendes: Nicht der Inhalt einer Erinnerung ist ausschlaggebend, sondern ihre Struktur. Mit anderen Worten: Die Intensität, mit der wir etwas erleben, hängt stärker von den Submodalitäten ab als vom eigentlichen Geschehen. Und daraus folgt der eigentliche Hebel. Wenn Du die Submodalitäten veränderst, veränderst Du das Erleben selbst.
Was nützen Dir Submodalitäten im Leben?
Vielleicht fragst Du Dich, was Dir die Veränderung Deines Erlebens konkret bringt. Das Bewusstsein über die Submodalitäten öffnet Dir eine neue Tür zu einem selbstbestimmteren Leben. Denn damit kannst Du:
Emotionen regulieren: Über die Veränderung Deiner Submodalitäten kannst Du angenehme Gefühle verstärken und unangenehme abschwächen. Was Dich sonst überrollt, bekommt einen Regler.
Glaubenssätze verwandeln: Auch innere Überzeugungen haben eine submodale Struktur. Wenn Du diese Struktur veränderst, kannst Du limitierende Glaubenssätze entkräften und neue, beflügelnde gestalten.
Kommunikation vertiefen: Wenn Du achtsam wahrnimmst, in welchen Submodalitäten ein anderer Mensch spricht, erkennst Du, wie er seine Wirklichkeit konstruiert. So kannst Du viel präziser auf ihn eingehen.
Lebensqualität steigern: Submodalitäten sind wie einzelne Drehknöpfe. Wenn Du sie zu bedienen lernst, gewinnst Du einen bewussten Umgang mit Deiner Wahrnehmung und damit mit Deiner Lebensqualität.

Wie genau veränderst Du Submodalitäten?
In meiner Laufbahn als Trainer habe ich viele Submodalitätsinterventionen für unterschiedliche Zusammenhänge entwickelt. Im Buch "NLP Practitioner" von Klaus Grochowiak findest Du ebenfalls einige Techniken zur Veränderung von Submodalitäten. Wenn Du Dir dieses Buch besorgst, sparst Du Dir manchen teuren Workshop zum selben Thema. Zu Beginn stelle ich Dir drei Drehknöpfe vor, die vor allem das Visuelle betreffen:
Helligkeit: Hell oder dunkel
Farbigkeit: Farbig oder schwarzweiß
Wahrnehmung: Assoziiert (Alles alles wie durch die eigenen Augen gesehen) oder dissoziiert (Du siehst Dich selbst in der Erinnerung von außen betrachtend)
Wie Du wahrnehmen kannst, hat jeder Drehknopf einer Submodalität zwei Extreme. Mit jedem Drehknopf regelst Du selbst, wie die Submodalität beschaffen sein soll. Mit etwas Übung mit den Submodalitäten und der Submodalitätenveränderung wirst Du feststellen können, dass jede gespeicherte Erinnerung aus bestimmten Submodalitäten besteht. Als nächstes kommen wir zu einer Möglichkeit zur schrittweisen Anwendung der Submodalitätenveränderung:
Schritt 1: Nimm wahr, wie Du Dich jetzt gerade fühlst. Wie fühlst Du Dich in diesem Moment? Diese Frage dient Dir als bewusste Referenz, mit der Du das Ergebnis der Übung später vergleichen kannst.
Schritt 2: Erinnere Dich an ein positives Ereignis. Erinnere Dich an einen Moment aus Deinem Leben, in dem Du Dich besonders gut gefühlt hast. Wenn es Dir hilft, schließe dabei kurz die Augen und öffne sie wieder, sobald Du eine Erinnerung gefunden hast.
Schritt 3: Benutze die drei Drehknöpfe. Experimentiere jetzt damit, was geschieht, wenn Du die Farben der Erinnerung kräftiger machst, sie etwas heller gestaltest und Dich mit ihr assoziierst.
Schritt 4: Vergleiche Deinen Zustand vor und nach der Übung. Wie fühlst Du Dich nun? Wenn Du alle Schritte vollständig durchgegangen bist, kannst Du eine Veränderung Deines gegenwärtigen emotionalen Zustands wahrnehmen.
Wenn Du diese Strategie, also eine wiederholbare Abfolge von Schritten, für mehrere positive Ereignisse aus Deinem Leben anwendest, integriert sie sich nach und nach in Deinem Unterbewusstsein. Dort wird sie abgespeichert und kann mit geeigneten Methoden generalisiert werden, bis sie ein selbstverständlicher Teil Deines Alltags ist. Dann läuft sie ohne Dein aktives Zutun ab und beflügelt Dein Leben. Diesen generativen Prozessen widmen wir uns ein anderes Mal.
Eine kurze Zusammenfassung zum Begriff der Submodalitäten
Die Submodalitäten sind die feinen Drehknöpfe Deiner Wahrnehmung. Sie entscheiden, ob eine Erinnerung Dich belastet oder beflügelt, ob ein Gedanke Dich lähmt oder motiviert. Indem Du lernst, sie bewusst zu bedienen, übernimmst Du die Verantwortung über Dein Erleben, Deine Emotionen und Deine innere Freiheit.
In meiner Laufbahn als Trainer habe ich beobachtet, dass viele Menschen ihre negativen Erfahrungen assoziiert, farbig und hell abspeichern. Diese Kombination sorgt dafür, dass die verbundene negative Emotion besonders intensiv präsent ist. Dieselben Menschen speicherten ihre positiven Erfahrungen oft dissoziiert, schwarzweiß und dunkel, wodurch die positive Emotion schwächer präsent war. Der eine speichert seinen Schmerz in voller Farbe und sein Glück in Grau. Das ist die stille Mechanik, die vieles erklärt.
Vielleicht willst Du für Dich selbst herausfinden, in welchen Submodalitäten Du Deine Erinnerungen bisher abgespeichert hast. Erinnere Dich dazu an fünf positive und fünf negative Momente aus Deinem Leben. Dann gehst Du auf Erkundungsreise und findest heraus, wie Du bisher unbewusst Deine Submodalitäten angewendet hast. Auf einem Blatt Papier kannst Du festhalten, aus welchen Untereigenschaften sich Deine positiven und negativen Erinnerungen zusammensetzen. Ich wünsche Dir viel Freude auf Deiner Entdeckungsreise.
Danke für Deine Zeit und bis bald,
Dein Florian 🌈



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