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NLP-Grundannahme Nummer 10: Die Bedeutung Deiner Kommunikation liegt in der Reaktion, die Du erhältst

  • Autorenbild: Florian Stotz
    Florian Stotz
  • 4. Apr.
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Mehr als acht Milliarden Menschen bedeutet acht Milliarden Welten, die recht haben können.


Während ich gemütlich in meinem blauen Sessel saß, fielen die Sonnenstrahlen durch das Fenster meines Arbeitszimmers direkt in mein Gesicht. Ich schloss die Augen und tauchte in die Welt meines Geistes ein. An diesem Tag kamen mir Gedanken zur Kommunikation. Denn Kommunikation ist kein feststehendes Ereignis, sondern ein lebendiger Vorgang zwischen mindestens zwei Menschen. Dabei werden Informationen ausgetauscht, es entstehen Erwartungen, und es formen sich Bedeutungen. Vielleicht kennst auch Du jenes Phänomen, dass ein Gespräch harmlos beginnt und sich plötzlich in eine Richtung bewegt, die niemand geplant hat. Es entstehen Missverständnisse, Spannung baut sich auf, und am Ende bleibt manchmal mehr Frust als Klarheit zurück. Die heutige und letzte der zehn Grundannahmen hilft Dir vor und während solcher Reibungen. Denn meist zählt nicht, was Du sagst, sondern was bei Deinem Gegenüber ankommt.


Wenn Worte aneinander vorbeigehen


Auch erfahrenen Kommunikatoren geschieht das immer wieder. Selbst dort, wo Menschen sich beruflich intensiv mit Kommunikation beschäftigen, entstehen Reibungen. Besonders deutlich wird das, sobald neue Menschen in ein bestehendes Gefüge kommen. Dann zeigt sich rasch: Was für den einen selbstverständlich ist, ist für den anderen alles andere als eindeutig. Bestimmt hast Du selbst schon erlebt, dass Du etwas scheinbar unmissverständlich formulierst und Dein Gegenüber völlig anders reagiert, als Du erwartet hast. Vielleicht warst Du sogar überrascht oder irritiert, weil Du dachtest, Du hättest Dich klar ausgedrückt. Und genau an diesem Punkt kann ein tieferes Verständnis entstehen.


Ein entscheidender Perspektivwechsel mit einer NLP-Grundannahme


Die Grundannahme lautet, dass die Bedeutung Deiner Kommunikation in der Reaktion liegt, die Du erhältst. Wenn Du Dich danach ausrichtest, geht es nicht mehr darum, was Du sagen wolltest, sondern darum, was tatsächlich angekommen ist. Denn Deine Kommunikation endet nicht bei Dir. Sie vollendet sich im Erleben Deines Gegenübers. Daraus folgt, dass Du die Verantwortung für die Wirkung Deiner Worte übernimmst. Nicht im Sinne von Schuld, sondern im Sinne von Bewusstsein.


Missverständnisse entstehen dabei selten zufällig. Sie entstehen, weil Menschen glauben, die Kommunikation sei abgeschlossen, sobald etwas ausgesprochen wurde. In Wirklichkeit geschieht in diesem Moment noch weit mehr:


  • Menschen hören auswählend und greifen heraus, was zu ihren inneren Mustern passt.

  • Menschen ergänzen das Gehörte mit eigenen Annahmen, Erfahrungen und Erwartungen.

  • Menschen antworten nicht auf das, was gesagt wurde, sondern auf das, was sie verstanden zu haben glauben.


Bestimmt hast Du das schon beobachtet. Du stellst eine klare Frage und bekommst eine Antwort, die daran vorbeigeht. Oder jemand erzählt Dir etwas, und Du merkst später, dass Du etwas völlig anderes verstanden hast. Ein bemerkenswerter Gedanke dazu ist, dass wir in Gesprächen alle ein Stück weit halluzinieren. Wir hören nicht nur Worte, wir deuten sie. Wir füllen Lücken und formen Bedeutung aus unserem eigenen Modell der Welt. Genau deshalb ist Kommunikation so anfällig und zugleich so faszinierend.


Die Papageiensprache


Die Missverständnisse des Alltags tragen viel Lernstoff in sich. Bestimmt ist es auch Dir schon geschehen, dass Du in eine Frage etwas hineingelegt hast, worauf Du gerade antworten wolltest. Wusstest Du in diesem Moment wirklich, ob Dein Gegenüber genau das gefragt hatte? Wenn nicht, hast Du gehört, worauf Du antworten wolltest. Sobald Dir das bewusst ist, stellt sich die Frage, wie sich die eigene Kommunikation schärfen lässt. Dafür kannst Du ein Modell nutzen, das ich die Papageiensprache nenne. Es arbeitet mit Rückkopplungsschleifen.


In die eine Richtung. Sobald Du zu Ende gesprochen hast, fragst Du Dein Gegenüber: Was hast Du von dem verstanden, was ich gesagt habe? In einigen Fällen kommt daraufhin etwas ganz anderes zurück, als Du ursprünglich gesagt oder zu sagen geglaubt hast. Denn wenn die Bedeutung Deiner Kommunikation in der Reaktion liegt, brauchst Du auch Wege, diese Reaktion sichtbar zu machen. Statt anzunehmen, es sei alles verstanden worden, fragst Du also nach: Was hast Du daraus mitgenommen? Oder: Wie hast Du das verstanden?


In die andere Richtung, und das ist meist der einfachere Weg. Statt von Deinem Gegenüber zu verlangen, dass es sich klarer ausdrückt, findest Du selbst heraus, ob Du verstanden hast. Wenn es zu Ende gesprochen hat, fragst Du: Habe ich Dich richtig verstanden, dass …? Und dann wiederholst Du in Deinen eigenen Worten, was Du verstanden zu haben meinst. Entweder kommt daraufhin ein „Nein, ich habe gesagt, dass …", und Du wiederholst die Schleife so lange, bis Dein Gegenüber sagt: Ja, genau das meine ich.


Diese Schleife kannst Du Dir zur Gewohnheit machen, und ihr Gewinn liegt in einem einzigen Satz: Du hast die Einbildung präziser Kommunikation durch Wissen ersetzt. Sei allerdings darauf gefasst, dass Du dabei auf Widerstand triffst, denn diese Genauigkeit ist im Gespräch oft unbequem. Viele Menschen kommen mit unscharfer Kommunikation und geratenen Antworten scheinbar recht gut durchs Leben. Deshalb lohnt es sich, Dein Gegenüber vorher in eine gute Stimmung zu bringen, damit es die Nachfragerei nicht als Prüfung erlebt. Und wenn doch Widerstand entsteht, greift die Grundannahme über die Flexibilität: Wenn das, was Du tust, nicht wirkt, tu etwas anderes.


Was Du dadurch gewinnst


Wenn Du beginnst, auf diese Weise zu sprechen, verändert sich einiges:


  • Du verlässt die Illusion, verstanden zu haben, und gewinnst echtes Verständnis.

  • Du erkennst schneller, wo Missverständnisse entstehen.

  • Du wirst genauer und zugleich achtsamer.


Gerade im Beruf macht das einen erheblichen Unterschied. Verstehst Du wirklich, was von Dir erwartet wird? Weißt Du genau, was Dein Gegenüber braucht? Oder arbeitest Du manchmal auf der Grundlage von Annahmen?


Dein Gewinn durch eine gute Alltagskommunikation


Wenn Dich nun die Begeisterung gepackt hat, das obige Kommunikationsmodell in Deinem Alltagsleben anzuwenden, dann beginnst Du auf eine neue Art und Weise zu kommunizieren. Einige grundlegende Veränderungen werden dann folgende sein:


  • Du verlässt die Illusion, verstanden zu haben und gewinnst echtes Verständnis

  • Du erkennst schneller, wo Missverständnisse entstehen

  • Du wirst präziser und gleichzeitig achtsamer


Vor allem im beruflichen Kontext kann dies einen enormen Unterschied ausmachen, denn


  • Verstehst Du wirklich, was von Dir erwartet wird?

  • Weißt Du genau, was Dein Gegenüber braucht?

  • Oder arbeitest Du manchmal auf Basis von Annahmen?


Ein Vorschlag für die nächsten Tage


Nimm Deine Gespräche einmal bewusst wahr und achte auf zwei Dinge. Wird tatsächlich auf Deine Frage geantwortet? Oder eher auf das, was der andere gerade sagen möchte?

Und vielleicht stellst Du hin und wieder diese eine schlichte Frage: Habe ich Dich richtig verstanden, dass …? Es ist ein klarer Satz und zugleich ein Tor zu einer bewussteren Kommunikation. Denn am Ende zählt nicht, was Du gesagt hast, sondern das, was beim anderen lebendig geworden ist.


Damit sind wir am Ende der zehn Grundannahmen angekommen. In meinen Workshops vermittle ich Dir noch weitere wirksame Techniken, mit denen Du Deine Kommunikation schärfen kannst. Denn im Modell des NLP wohnt neben allen Werkzeugen vor allem eine Haltung: die Haltung genauer Verständigung.


Ich wünsche Dir viel Freude und viele gute Veränderungen auf Deinen Kommunikationsabenteuern.


Danke für Deine Zeit und bis bald,

 

Dein Florian 🌈


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