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Swish-Pattern: Verändere Deine negativen Muster

  • Autorenbild: Florian Stotz
    Florian Stotz
  • 5. Apr.
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Reise weg von negativen Mustern und begib dich hin zu neuen.


Im Modell des NLP gibt es eine schlichte Methode, mit der Du alte Gewohnheiten in Bruchteilen von Sekunden durch kraftvolle Bilder ersetzen kannst. Bilder, die jene neuen Gewohnheiten enthalten, die Du Dir schon länger wünschst. Diese Methode heißt Swish-Pattern, manchmal auch Swish-Technik, und sie wirkt schnell und zugleich tief. Sie ist ein Werkzeug, mit dem Du eingefahrene Muster unterbrichst und durch neue ersetzt. Und wer sie bewusst anwendet, lernt dabei etwas Größeres: sein inneres Erleben selbst zu gestalten. Während ich diesen Artikel schreibe, ist Ostersonntag. Ein Bekannter von mir feiert die Auferstehung und ist voller Zuversicht für sein neues Leben. Ich bin gespannt, was sich bei ihm verändern wird. Mein eigener Ansatz geht heute in eine andere Richtung, und er beginnt mit einer Frage: Was kannst Du jetzt schon selbst tun, um Dein Leben in die gewünschten Bahnen zu lenken?


Löse emotionale Blockaden auf mit dem Swish-Pattern


Vielleicht kennst Du jene Momente, in denen Du ganz bei Dir bist und plötzlich eine Vorstellung auftaucht, die Dich herunterzieht. Vielleicht ist es auch ein innerer Dialog, den Du längst tausendmal gehört hast, eine alte Erinnerung oder ein Anteil in Dir, der Dich kleinhält. Ein kurzer Ausflug in den Film "Shutter Island", in dem Leonardo Di Caprio die Hauptrolle des Andrew spielt, wird der interne Dialog einiger Menschen wunderbar beschrieben. Andrew befindet sich auf der obersten Etage eines Leuchtturms, indem er auch den Leiter der Psychiatrie namens Dr. Cawley trifft. Nach einer längeren Auseinandersetzung sagt Dr. Cawley zu Andrew: "Wir sind schon einmal hier gewesen, Andrew. Vor neun Monaten haben wir diesen Punkt schon einmal erreicht. Sie haben alles begriffen. Aber es ist wie bei einer Schallplatte, bei der die Nadel immer wieder an den Anfang springt. Innerhalb von Stunden haben Sie alles wieder vergessen. Sie fangen wieder von vorn an". Das ist beinahe eine genaue Beschreibung dessen, was die Psychologie Rumination nennt, also das Kreisen der Gedanken in einer Endlosschleife. Und das Swish-Pattern ist nichts anderes als der Versuch, die Nadel neu zu setzen.


Denn die Muster vieler Menschen sind wie ein Tonband, das sich immer wieder wiederholt. Sie bleiben in ihren Gewohnheiten stecken oder werden von inneren wie äußeren Auslösern dorthin zurückgeworfen. Und selbst wenn ihnen das bewusst ist, erscheint es ihnen unmöglich, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Es gibt viele Wege, das dennoch zu tun. Das Swish-Pattern ist einer davon. Es verändert innere Muster in kürzester Zeit, indem Du Dein Unterbewusstsein darauf einübst, von einem belastenden Zustand von selbst in einen ressourcenreichen zu wechseln. Was vorher groß und beherrschend wirkte, wird dabei klein, verblasst und tritt in den Hintergrund, während zugleich Raum entsteht. Raum für Klarheit, für Selbstvertrauen und für neue Möglichkeiten. Und dieser Raum will gefüllt werden, am besten mit dem, was Dich trägt.


Was die Swish-Technik ist


Sie ist ein klassisches Format des NLP und dient dazu, unerwünschte Gedanken, Gefühle oder Verhaltensweisen durch gewünschte Zustände zu ersetzen. Im Kern geht es um einen sehr schnellen Austausch zwischen zwei Zuständen: Du ersetzt ein belastendes inneres Bild durch ein Zielbild. Unterstützt wird dieser Wechsel oft durch ein inneres Geräusch, etwa ein Zischen, das wie ein Anker wirkt und den Vorgang verstärkt. Durch Wiederholung verankert sich das neue Muster so tief, dass es künftig von selbst abläuft. Du kannst die Technik allein anwenden oder in einer Begleitung nutzen. Ursprünglich hat Richard Bandler sie in einer Aufstellung mit drei Rollen vorgeführt:


  • ein Anwender, der den Prozess führt

  • ein Klient, der die innere Veränderung erlebt

  • ein Beobachter, der Rückmeldung zur Durchführung gibt


Der Ökologie-Check davor


Bevor Du ein Muster veränderst, gehört eine Prüfung dazu, und sie ist wichtiger als das Format selbst. Frag Dich: Hat das alte, von mir als belastend empfundene Muster vielleicht einen verborgenen Nutzen? Im NLP heißt das der Sekundärgewinn. Das Rauchen etwa kann jemanden vor seinem Stress schützen. Denn wer ein Muster löscht, ohne dessen Nutzen zu ersetzen, erlebt oft, dass sich die Psyche ein neues und ebenso belastendes Ersatzmuster heranzieht. Wo eine echte Abhängigkeit im Spiel ist, gehört ohnehin mehr dazu als ein Format im Selbstversuch. Wenn Dir der Sekundärgewinn klar ist, frag weiter: Welchen Gewinn soll mir das neue Muster bringen? Achte dabei darauf, dass Du benennst, was Du willst, und nicht das, was Du nicht willst. Also nicht: Ich will nicht mehr rauchen. Sondern: Ich will frei atmen können.


Das Format Schritt für Schritt


Erstens, das Problembild finden. Bestimme den belastenden Impuls, die Zwangsidee oder das Verlangen. Und finde dann das innere Bild dazu, also jenes Bild, das den Impuls typischerweise auslöst oder begleitet. Erscheint Dir keines, stell Dir vor, welches Bild Dein Thema am treffendsten darstellen würde.


Zweitens, das Zielbild finden. Erzeuge ein Bild, das den gewünschten Zustand darstellt und die guten Absichten des alten Musters besser erfüllt als das Muster selbst.


Drittens, die Submodalitäten erkunden. Spiel mit den Feinheiten beider Bilder, um herauszufinden, was ihre Wirkung steuert. Im Sehen sind das Größe, Entfernung, Helligkeit, Schärfe, Farbigkeit, Räumlichkeit, Bewegung und der Ort im Bildfeld. Im Hören und Fühlen sind es Lautstärke, Tonhöhe, Druck und Temperatur.


Viertens, die Treiber bestimmen. Welche dieser Feinheiten schwächen das Problembild? Und welche stärken das Zielbild?


Fünftens, das Setup aufbauen. Stell Dir ein Viereck vor, in dem beide Bilder liegen. Das Problembild füllt fast die ganze Fläche, also groß, nah und beherrschend. Das Zielbild liegt klein und fern in der unteren rechten Ecke.


Sechstens, die Swish-Bewegung. Lass nun das Problembild kleiner, ferner und schwächer werden und nutze dafür genau jene Feinheiten, die es schwächen. Es zieht sich dabei nach unten rechts zusammen. Und zugleich lass das Zielbild größer, näher und dichter werden, wieder mit genau jenen Feinheiten, die es stärken. Es füllt dabei die freiwerdende Fläche. Am Ende eines Durchlaufs ist das Zielbild groß, nah und kräftig, während das Problembild klein, gedämpft und fern in der unteren rechten Ecke liegt.


Siebtens, ein kurzer Unterbruch. Jetzt ist es wichtig, den Vorgang zu unterbrechen. Richte Deine Aufmerksamkeit für einige Sekunden auf etwas anderes, etwa auf einen Gegenstand im Raum. Und dann beginne von Neuem, mit beiden Bildern in ihrer Ausgangslage.


Achtens, beschleunigen. Wiederhole das Ganze mehrfach, meist genügen drei bis sieben Durchläufe. Und führe es jedes Mal schneller aus, bis der Wechsel so rasch geschieht, dass Du ihn bewusst kaum noch verfolgen kannst.


Neuntens, prüfen. Hol das Problembild absichtlich zurück und versuch, es im Geist zu halten. Sitzt die Veränderung, kippt es von selbst weg, und das Zielbild springt ein.


Eine Erweiterung zum Schluss


Eine letzte Ergänzung, die ich selbst gern nutze. Wenn Du beim letzten Durchlauf das Zielbild groß vor Dir hast, dann geh hinein. Nimm es wie durch Deine eigenen Augen wahr und stell Dir alles so lebhaft vor, dass ein gutes Gefühl in Dir entsteht. Damit setzt Du Dein Zielbild wie eine Brille auf, durch die Du fortan in die Welt schaust. Übrigens sehen die Neurowissenschaften diesen Vorgang anders als das NLP, und das gehört zur Ehrlichkeit dazu. Nach ihrer Sicht werden keine Nervenbahnen in Sekunden gelöscht, wohl aber neue über die Neuroplastizität gestärkt. Das Swish-Pattern wäre demnach kein Löschen, sondern eine Form von Konditionierung und Lenkung der Aufmerksamkeit. Und schon im alten China wusste man: Wohin Deine Aufmerksamkeit geht, dorthin fließt auch Deine Energie. Am Ende zählen weniger die Perspektiven als das Ergebnis.


Das Swish-Pattern im Alltag zur Persönlichkeitsentwicklung


Seine eigentliche Stärke zeigt sich draußen. Immer dann, wenn Du bemerkst, dass ein altes Muster anspringt, kannst Du es anwenden. In angespannten Lagen, vor wichtigen Gesprächen, bei blockierenden Gedanken. Mit etwas Übung wird daraus ein Ablauf, der von selbst geschieht. Denn womit Du Dich beschäftigst und wohin Deine Aufmerksamkeit fließt, prägt Dein Unterbewusstsein und damit auch das, was von dort aus wieder in Dein Bewusstsein steigt. Beginn deshalb mit kleinen Situationen und steigere Dich Schritt für Schritt.


Wenn Du dort beginnst, wo Du gerade stehst, lernt Dein Unterbewusstsein schnell und wird Dich zunehmend tragen. In meinen NLP-Workshops lernst Du übrigens nicht nur dieses Format, sondern viele weitere Wege, Dein Denken, Fühlen und Handeln gezielt zu verändern. Einer meiner Grundimpulse dabei ist, dass Du beginnst, Dich selbst zu erforschen, denn das ist eine lebensverändernde Entscheidung. Wer erforscht, warum er so denkt, fühlt und handelt, wie er es tut, was er mit sich trägt und was er loslassen darf, und welche Muster er beständig wiederholt, für den endet das automatisierte Leben. Schon Sri Ramana Maharshi wusste um die Kraft dieser Selbsterforschung.


Vielleicht sehen wir uns bald in einem meiner Workshops. Oder Du gehst Deinen eigenen Weg, nachdem Du erkannt hast, welche Macht der Glaube an Dich selbst besitzt.


Danke für Deine Zeit und bis bald,

 

Dein Florian 🌈

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